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  • andreas.c.hofmann, Andreas C. Hofmann

3 Beiträge seit 09.01.2018

Alexa meets Horst. Wenn der Bundesinnenminister mithört

Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. In meinen letzten Beiträgen habe ich mich zur genüge über die Datenschutzgrundverordnung (nicht den Datenschutz an sich!) aufgeregt und meine These, dass ein solcher Datenschutz zwischenmenschliches Leben unmöglich machen wird. Wären der Bankensektor und die Aktienbesteuerung doch nur halb so stark reguliert, wie der Datenschutz. Dann hätten wir sicher keine 55 Mrd. € an heimtückische Halsabschneider, ähm ... ich meine natürlich honorige von der Gesellschaft geachtete Investmentbänker verloren. Aber wer denkt schon ein so ein paar Trottel, die im Netz bloggen, die kleinen gemeinnützigen Vereine oder gar die kleinen und mittelständischen Betriebe, die sich nun mit der Umsetzung einer nicht zu Ende gedachten Vorschrift rumärgern müssen.

Aber was hat das Ganze mit Alexa und Horst zu tun? Ich frage mich schon seit längerem, warum unser Staat solche höchsten Standards beim Datenschutz verkündet. Wieso will der Staat uns überhaupt vor den bösen datensammelnden Kraken <sarkasmus> aus dem Kleingartenverein, dem Friseursalon und der Nachbarschaftshilfe </sarkasmus> schützen? Betrachtet man aktuelle sicherheitspolitische Debatten, so wird einem Angst und Graus. Ob nun Missverständnis oder nicht! Allein die Tatsache, dass über den Zugriff des Staates auf Sprachassistenten wie Alexa auch nur eine Sekunde nachgedacht wurde, entsetzt mich zu tiefst. Die Sicherheitsbehörden würden so jedermanns Handy und Wohnung abhören können. Ein Horrorszenario! Aber wo bleiben die Proteste, wo die Demonstrationen, wo die grünen Schulschwänzer?

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, was ich für ein gestörtes Verhältnis zu meinem Staat habe. Ich nenne dieses gestörte Verhältnis mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Ich möchte selbst bestimmen, wer was über mich zu welchem Zeitpunkt erfahren kann. Dass ich hierbei, anders als von der DSGVO vorgesehen, trotzdem gerne meinen Namen und meine Hausnummer behalten würde, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin dem Staate gegenüber erst einmal misstrauisch. Als Historiker möchte mir das bitte auch niemand verübeln. Denn bei Facebook, Google & Co habe ich es letztlich selbst in der Hand, ob und wieviele Daten ich Preis gebe. Beim Staat wird mir diese Freiheit von Gesetzes wegen abgenommen. Achja, und da kommt Horst ins Spiel, der so gerne Alexa treffen würde.

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