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Avatar von ratti
  • ratti

mehr als 1000 Beiträge seit 15.06.2001

Wer „produziert“ eigentlich inzwischen OpenSource?

Mal ganz ehrlich. Auf OpenSource habe ich irgendwann mal gesetzt weil
es trotz aller Schwierigkeiten (Mein Hardware wir nicht erkannt, mein
Bildschirm ist zu neu, für mp3 muss man was nachinstallieren,…)
einfach „besser“, ehrlicher, geradliniger war. Es war Software, die
sich am optimal machbaren orientierte. Das hat vielleicht nicht
immer geklappt, aber der Versuch war ernst und ehrlich.

Inzwischen habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass ich da nicht mehr
zuhause bin.

Die Userinterfaces der großen Desktops werden von Designern bestimmt.
Funktion? Power? Fehlanzeige. Reinrollen und einblenden muss der
Kram, Funktion irritiert den Benutzer bloß, schön muss es sein. Ich
hatte ein KDE mal installiert, weil ich es in zwei Abenden
konfigurieren genau auf meine Bedürfnisse zuschneiden konnte.

Die Versionsnummern kommen offensichtlich von BWLern. Zwölfneun
verkauft sich besser als Zwonull, also heisst das Update von Achtnull
am liebsten gleich BillionZweihundert. Wer bestimmt sowas? „Früher“
gab es mal ganz klare Regeln: MajorRelease.MinorRelease.Bugfix. Man
wusste genau, dass eine 2.3.8 besser läuft als eine 2.3.7, dass eine
2.4.0 kompatible Daten erstellt, man besser aber auf die 2.4.1 wartet
(Bugfixes) und derweil die 3.0.0 aus der Entfernung beobachtet. Wo
ist der Vorteil, wenn ich jetzt nach der 4.0 die 5.0 kriege, die
eigentlich eine 4.0.2 ist?

Man könnte jetzt noch ewig so fortfahren. Ich würde es aber einfach
mal so zusammen fassen:
- Leute, die Software nach Versionsnummern kaufen, sitzen in einer
Windows-Umgebung, wollen sowas, dürfen das auch gerne, aber sie
werden kein Linux-System einsetzen, sondern das Original: Windows.
- Leute, die von ihrem Computer nur 3 Knöpfe nutzen, die aber
unbedingt sophisticated aussehen sollen, werden das Geld bei der Hand
nehmen und sich das Original kaufen: Mac.
- Leute, die von Computern überhaupt keine Ahnung haben und nicht
lernen wollen, werden nicht die Einfachheit einer Gnome-Shell
schätzen, sondern das kaufen, was ihnen der Sohn/Neffe/Nachbar
pflegen kann: Windows. Oder Mac.

Diejenigen, die Freier Software Jahrelang die treue gehalten haben,
sind die Techies. Die sich auch mal einen Kernel bauen, wenn WLAN
klemmt. Die sich ihr X11 hinkonfigurieren können, weil: Terminal?
Kein Problem, nicht schön, aber „man kann“.

Mit ihrer „Lieschen-Müller-Politik“ verliert freie Software in
letzter Zeit wieder Anwender: An Chrome. An Mac OS. An Windows (wer
hätte das Gedacht, das Leute wieder ZURÜCK gehen in Bills Hölle?),
weil sie imitieren statt ihren Prinzipien und ihrer Userschaft zu
folgen.

Wenn mir Firefox von Version zu Version Features wegnimmt, Buttons
wegnimmt, Einstellungen wegnimmt, sich unglaubwürdig mit
Versionssprüngen macht, warum soll ich da nicht zu Chrome wechseln,
die machen das gleiche, aber wenigstens solide, durchdacht, schnell.
Und da bin ich wenigstens nicht enttäuscht, weil ich weiss, wem der
Laden gehört und nicht denken, Freie Software… da geht doch was…

Beispiel:
Top-1-Beschwerde für Firefox-5 für Android im Market in jedem 3.
Kommentar: Wir wollen Flash!
Kommt Flash?
Nö.

Top-2-Beschwerde für Firefox: Hört auf mit der Featureitis, sorgt
lieber dafür, dass das Teil schneller startet, entschlackt Firefox.
Was kommt? Neue Features.

ToBeContinued…

Gruß,
Jörg

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