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  • derGhostrider

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Re: Danke für dieses Stück Software!

Blickwinkelkanone schrieb am 22.10.2017 14:39:

Hyper-V und VirtualBox sind ungefähr wie Äpfel und Birnen.

Es ging um technische Fähigkeiten des Hypervisors.

Mir ist klar, dass die beiden sich deutlich unterscheiden.

Hyper-V ist ein Typ-1-Hypervisor (native) und eher mit vSphere oder Xen vergleichbar. VirtualBox ein Typ2-Hypervisor (hosted). Die Unterschiede kannst Du selber nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Hypervisor#Klassifizierung

Typ-1-Hypervisoren mögen Performance-Vorteile haben, es gibt aber auch Einschränkungen.

Im Falle von Hyper-V gibt es zwei Punkte, die gegen einen Einsatz sprechen können:

1. Das Budget reicht nicht (es gibt keine kostenlose Version).

Wer als Guest-OS Windows Server einsetzt, der kann dieses Argument nicht bringen: Die Host-Lizenz ist kostenlos, sofern der Host nur als Host genutzt wird und sonst keine Serverdienste ausführt.
Wer natürlich ausschließlich andere Betriebssysteme virtualisiert - OK... Doch dann nimmt man m.E. seltener VirtualBox. Heimanwender ausgeschlossen.
Um mal irgendetwas in einer VM zu testen, reicht VirtualBox natürlich und ist dann auch schön günstig. Spricht sicherlich nichts gegen.

2. Das geplante Gastsystem wird nicht unterstützt (offiziell unterstützt werden nur Windows, FreeBSD und ein paar ausgewählte Linux-Distributionen).

Ein paar ausgewählte... Stand von Windows Server 2016:
RedHat/Centos 5.x, 6.x, 7.x
Debian 7.0 - 7.11, 8.0-8.8
Oracle Linux: RHCK 6.4 - 7.3, UEK R3, R4
SUSE SLES 11 SP2, SP3, SP4, SLES 12, 12 SP1, SP2
Ubuntu 12.04 LTS, 14.04 LTS, 16.04 LTS, 16.10, 17.04
FreeBSD 8.4, 9.1-9.3, 10.0-10.1, 10.2, 10.3, 11.0, 11.1

Quelle: https://docs.microsoft.com/en-us/windows-server/virtualization/hyper-v/supported-linux-and-freebsd-virtual-machines-for-hyper-v-on-windows

Also ungefähr alle großen.

Laut Wikipedia auch OpenSUSE 12.3 - keine Ahnung, woher die Aussage stammt.
Bei uns laufen Windows-Guests und inzwischen auch CentOS 7.1.

Theoretisch kommt noch fehlende Treiberunterstützung für die Host-Hardware als Ausschluss-Kriterium in Frage.

SEHR Theoretisch. Also auf total veralteter Hardware, die kein vt-d kann, oder wie dachtest Du Dir das?
Mein alter dual Xeon mit X5550 (Nehalem) packt Hyper-V noch, und die Kiste ist inzwischen 9 Jahre alt.
Man sollte (meine ganz persönliche Meinung) etwas neuere Hardware einsetzen (ca letzte 3 bis 5 Jahre), wenn man ernsthaft virtualisieren möchte.
Im Unternehmen erst recht, denn wenn die Kisten abgeschrieben und veraltete sowie die SLAs ausgelaufen sind, sinkt nicht gerade das Risiko im Betrieb.

Privat: Virtualisieren auf PCs, die über 9 Jahre alt sind? Ach komm... Selbst die oben genannte alte Xeon-Kiste hält auch nur deswegen noch, da sie damals schon mit 24 GB pro CPU von mir ausgerüstet wurde. Wer hatte damals soviel RAM in einem normalen PC? Fast niemand.
Ein noch älteres System mit (dem Alter entsprechend) 4 (bis 8) GB RAM - da macht Virtualisierung eh keinen Spaß.
Auch Linux läuft mit 4 GB RAM besser als mit 2 GB. Das kann man ja sogar bei Smartphones merken.
Also Hardwareunterstützung halte ich daher für eine extrem theoretische "Ausrede". Oder willst Du nun auf einem Tablet oder Smartphone VMs laufen lassen? Ja, das wird mit HyperV dann wohl nichts...

Im Workstation-Einsatz nutze ich selbst VMWare Workstation Pro. Dafür ist Hyper-V leider ungeeignet: Grafikausgabe zu lahm. Schade, dass es kein Parallels Workstation mehr für Windows Hosts gibt. Das war richtig gut.

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