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Re: Alles nur noch x86

cbmuser schrieb am 10.08.2017 15:16:

mystery schrieb am 05.08.2017 10:47:

Und wieso kann man nicht früher neue Hardware kaufen und die Daten transferieren?
Daten sind Informationen und als solche nicht an bestimmte physikalische Träger gebunden. Die Bankkunden interessieren sich dafür, dass ihre Daten sicher sind, nicht dafür, auf welcher Hardware die gespeichert sind und dass das 15 Jahre lang dieselbe Hardware ist. Wenn eine Organisation ihr Datensicherheitskonzept unter anderem darauf baut, dass sie heute die spezifische Hardware kaufen, die sie für die nächsten 15 Jahre zu benutzen gedenken, dann macht die Organisation was falsch. Und was ist, wenn der Kunde 20 oder 30 Jahre Datensicherheit will?

Weil Banken ihre Hardware nicht alle 5 Jahre austauschen wollen und extrem hohe Verfuegbarkeit verlangen. Das kriegst du bei x86 schlicht und ergreifend nicht.

Du meinst wohl Sicherheit, nicht direkt Verfügbarkeit? Geldautomaten und Online-Banking fallen jedenfalls öfter aus als Google und Amazon, und letztere laufen (zum Großteil) auf x86. Und wir drehen uns im Kreis. Extrem selten Hardware auszutauschen ist vielleicht ein Weg, höhere Datensicherheit zu erreichen, aber nicht der einzige.

Debians s390x-Port (also z-Series) wird uebrigens vom Bund eingesetzt, deswegen stehen einige von Debians s390x-Rechnern auch beim Bund:

> https://db.debian.org/machines.cgi?host=zandonai
> https://db.debian.org/machines.cgi?host=zelenka

Die größten Sites der Welt laufen auf x86, nicht auf IBM z, sie haben auch hohe Anforderungen an Datensicherheit und Verfügbarkeit, sie skalieren horizontal und nicht vertikal, und sie tauschen permanent Hardware aus. Das geht also.

Ich habe gestern mit einem IBM-Menschen hier auf der DebConf17 gesprochen und der sagte mir, dass z.B. Google komplett auf POWER laeuft. Tatsaechlich ist Google der Grund, warum es den POWER-Port von Debian bzw. Ubuntu gibt. Deine Aussage ist also schlicht und ergreifend falsch.

Also erstens: POWER ist nicht IBM z, sondern eine Instruktionsset und CPU-Mikroarchitektur und als solche eher mit x86 vergleichbar als mit IBM z. Schließlich wurde POWER ja auch als Architektur für PCs entworfen. Zweitens läuft garantiert nicht Google "komplett auf POWER" (um dann womöglich x86 zu emulieren, um x86-Container auf GCE laufen lassen zu können). Genau wie Facebook und Amazon evaluiert Google POWER und ARM und entwirft Referenz-Server damit, und wenn sie in großem Stil darauf umstellen, dann vermutlich deshalb, weil sie mehr Leistung pro Dollar kriegen und nicht wegen der Verfügbarkeit der einzelnen Hardware-Node, deren möglichen Ausfall das Gesamtsystem problemlos kompensieren kann.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (12.08.2017 12:53).

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