Menü
Avatar von MetaCircularEvaluator
  • MetaCircularEvaluator

mehr als 1000 Beiträge seit 20.03.2015

Re: Wofür BSD und warum?

Also vorne weg, ich möchte keinen Flame War starten! Ich gebe auch zu, dass ich mich mit *BSD nicht auskenne, aber ein paar Anmerkungen zu den genannten Punkten hätte ich:

infoomatic schrieb am 26.07.2017 19:05:

*) Dokumentation: Ausser Red Hat und Suse ist kein anderes System so gut dokumentiert wie FreeBSD (und OpenBSD). Das tolle Handbuch, die manpages und der Source reichen aus.

Also so toll kann die Doku nicht sein, wenn man in die Sourcen schauen muss, um sich auszukennen.

Bei Debian, Ubuntu etc. passen viele Manpages nicht zu den Programmversionen, Optionen sind oft nicht dokumentiert

Interessant. Davon habe ich ja noch nie gehört. Wo kann ich die Bugreports lesen?

*) Userland/Tools: man merkt dass FreeBSD "aus einem Guss" ist - es ist ein gesamtes Betriebssystem, nicht nur ein Kernel mit GNU-Tools (werden da alle Tools wirklich gepflegt?) - und wer einmal genug damit gearbeitet hat schätzt die Konsistenz und die wenigen Bugs der Tools unter FreeBSD

Gibt es irgendwo Statistiken zu lesen, aus denen hervorgeht, dass die FreeBSD Tools weniger Bugs hätten als die Tools unter Linux?

*) Security: Wer sich das Thema Sicherheit bei Linux in den letzten 2-3 Jahren etwas genauer angesehen hat und Wert darauf legt wird in FreeBSD eine gute Lösung finden. Wieviele Kernel-Patches gabs für FreeBSD 11 seither (generell gibts weit weniger Patches bei FreeBSD einzuspielen, auch im base)? Wie oft gibts Ubuntu/Debian Kernelupdates?

Wo gibt es eine Statistik, die zeigt, dass Linux deutlich mehr Security Bugs hat? Kernel Updates an sich müssen ja nicht unbedingt Security Fixes sein.

Könnte es nicht auch sein, dass einfach weniger in FreeBSD gefunden wird, weil weniger Leute drauf schauen?

*) Konsistenz, Wartbarkeit, Kompatibiltät: keine großen Änderungen bei Updates, es passiert einfach nichts überraschendes. Keine Featuritis - wie mühsam waren denn bitte die API-Changes bei Docker? Zum Teil mit neuem Filesystem/Storagebackend wo dann gar nix mehr ging ... zB FreeBSD Jails sind wesentlich pflegeleichter und stabiler, man braucht keinen Daemon wie bei Docker der extrem bloated ist, als root läuft und eine eher abschreckende Sicherheitsgeschichte hat.

Also Docker ist doch ein Fremdkörper in Linux. Ziemlicher Schrott ist es darüber hinaus auch. Wie Du sagst, macht ständig Ärger, und ist brocken-by-design. Man sollte es imo einfach meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Vor allem da es sauber designte Alternativen wie rtk oder systemd-nspawn gibt!

*) Bhyve: wesentlich schlanker, eleganter und sicherer Ansatz als KVM

Interessant. Könntest Du das erläutern? Würde mich tatsächlich interessieren da ich FreeBSD eben bisher nur vom hören-sagen kennen. Was macht KVM schlecht, was bhyve besser macht?

*) DTrace: Debugging/Tracing auf höchstem Niveau

DTrace soll ganz toll sein. Linux hat in dem Punkt aber mit eBPF anscheinend aufgeholt, und steht auf Augenhöhe (Disclimer: sagt das Internet, ich habe weder DTrace noch eBPF jemals genutzt...)

http://www.brendangregg.com/blog/2016-10-27/dtrace-for-linux-2016.html

http://www.brendangregg.com/ebpf.html

*) ZFS: seit eh und je stabil; hatte einige Kernel-Upgrades unter Ubuntu wo über dkms das Modul nicht gebaut werden konnte und dann steht man da und kann den neuen Kernel nicht booten sondern muss auf das nächste Update warten.

ZFS soll eine tolle Sache sein. BTRFS ist bisher keine Alternative.

Aber wer braucht schon wirklich ZFS? Leute die Data-Warehousing betreiben, sonnst eigentlich niemand. (Andere Einsatzgebiete sind mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, der Overhead und die Komplexität fressen jeglichen theoretischen Vorteil auf, imo).

*) Kein systemd, kein Networkmanager - ok das ist was persönliches ;-) aber das ist schlichtweg Schrott und nichts für jemanden der ein "fire and forget" system haben will, ständig Linux-Updates fahren muss und dann Services nicht starten - da kommt mir echt die Galle hoch.

Also Netwokmanager ist ein Desktop Tool, und hat nichts auf Servern verloren. (Auf dem Desktop funktioniert es aber sehr zufriedenstellend.)

Und systemd ist ein großer Fortschritt, da es zum ersten mal unter Linux ermöglicht Services wirklich zuverlässig zu managen. Wenn ein Service nicht startet dann hat man in 99% der Fälle irgendeinen Murks konfiguriert.

Was aber Debian mit ihrer sysv-init Kompatibilität betreibt ist übler Mist. Es gibt immer wieder mal Ärger, weil Debian über Umwege aus systemd Units heraus doch weiter Init-Scripte startet. Man hat so nur eine erhöhte Komplexität, weiter aber alle Nachteile von sysv-init, ohne wirklich die Vorteile von systemd nutzen zu können.

*) Lizenz: BSD statt GPL.

Eine Lizenz, die nicht dem Nutzer einer Software, sondern Entwicklern maximale Rechte verschafft, sehe ich als großen Nachteil!

Bitte keinen Flamewar starten, ich bin trotzdem auch Linuxfan, aber für jeden Zweck braucht man halt das richtige Werkzeug.

Ich nutze zwar Linux (auch auf dem Desktop, seit 17 Jahren), aber ich hätte gerne ein besseres modernes System. Leider kenne ich keins...

Es wird meiner Meinung nach langsam Zeit für ein von Grund auf sauber Designtes OS, und nicht mehr diesen historisch gewachsenen und vermurksten UNIX Kudelmudel.

Bewerten
- +
Anzeige