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  • Lars Kasper

242 Beiträge seit 06.09.2002

das W3C geht den Bach runter

Seit ein paar Jahren schon verschwindet das W3C in der
Bedeutungslosigkeit. Eigentlich schade, nimmt doch seit einiger Zeit
das Bewußtsein der Webautoren und -designer zu, sich an Standards zu
halten.

Warum das W3C saugt?

Es hat aufgehört, sich um die wirklich grundlegenden, wichtigen Dinge
zu kümmern (HTML, CSS, WAI 1.0). Die Dinge, mit denen es sich jetzt
beschäftigt (alles, was mit X anfängt), sind viel zu kompliziert und
nur für kleinste Randgruppen nutzbar. Schönes nichttechnisches
Beispiel ist WAI 2.0 (man lese dazu Joe Clarks Rant bei A List
Apart.)

Statt HTML 4.01 behutsam weiterzuentwickeln und Fehler auszumerzen,
wurde sich auf zig X-Sprachen gestürzt, die alle Probleme mit sich
bringen. War XHTML 1.0 noch eine erträgliche Neuformulierung, so wird
das gehypte XHTML 2.0 durch mangelnden Browser-Support wegen
fehlender Abwärtskompatibilität die nächsten zehn Jahre völlig
unbrauchbar sein. Dazu kommt, daß es kaum jemand schreiben können
wird aufgrund seiner Komplexität.

CSS 2.1 hätte schon letztes Jahr fertig sein können. CSS3-Selectors
vor zwei Jahren. Da wird rumgeklüngelt. CSS3 insgesamt sollte weiter
vorangebracht werden, aber man vertreibt sich lieber die Zeit mit
XLink, Namespaces, Semantic Web, welche alle für Spezialanwendungen
nützlich sein mögen, dem Web im großen und ganzen jedoch überhaupt
nicht weiterhelfen.

Was die WHAT WG produziert, ist auch nicht immer ideal, aber immerhin
näher an den Dingen dran, die die Webworker wirklich brauchen. Dazu
noch eine Prise Mikroformate und RSS/Atom, und das war es dann.
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