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  • Sunny Marx

mehr als 1000 Beiträge seit 18.08.2009

Re: Drama Internetprotokolle

Öhm... Was bringt mir ein neues Protokoll, dass über IPv4 arbeitet?

Wenn zu viele Geräte online gehen wollen, und dementsprechend die
Anbieter gerade mal keine freien IP-Adressen haben, gibts nen
Login-Error. Thema gegessen.

Oder verstehe ich da was falsch und Du möchtest ein neues Protokoll,
dass per NAT um ein vielfaches besser funktioniert? Klar, dann können
wir Netzwerk über Netzwerk immer weiter in den Schlund eines riegigen
NAT-Baumes verschachteln. Dann blickt da bald aber kein Mensch mehr
durch.

IPv6 braucht ne ganze Weile, um realisiert zu werden. Aber das aus
gutem Grunde.

Zahlreiche Geräte, die heute in Verwendung sind, können noch kein
IPv6. Also ist ein Heute IPv4 und Morgen ein IPv6 schonmal unmöglich.
Es muss gleitend und vor allen Dingen parallel laufen.

Die ganzen ISP's müssen Server und Angebote auf IPv6 umstellen und
testen. Firewalls müssen auf das neue Protokoll umgestellt werden.
Dann kommen die ganzen Internet-Provider (Telekom, Kabel Deutschland,
usw.) Diese müssen die gesamte Infrastruktur auf IPv6 umrüsten. Das
geht gehörig ins Geld, für dass man im Endeffekt als Provider keinen
wirklichen Mehrwert bekommt.

Die Leute gehen heute online, wie morgen. IPv6 kostet also nur Geld,
ohne dass dadurch die Leute im Netz zufriedener wären oder auch eine
höhere Gebühr für gerecht empfinden würden. So wird die Umstellung
halt nur Träge von den Providern durchgeführt, so wie halt das Geld
gerade da ist.

Der Umschwung wird kommen. Nicht heute, nicht morgen. Aber Fakt ist,
dass NAT IPv4 länger am Leben erhalten hat, als es eigentlich möglich
gewesen wäre. Die Zukunft wird sein, dass jedes Gerät eine eigene
Adresse bekommt. Firewalls können für jede IP-Adresse so eingerichtet
werden, dass zum Beispiel auf Clients die Ports für VoIP offen sind,
jedoch nicht für HomeServer. 2 Rechner, die beide einen Dienst nutzen
wollen? Port-Forwarding? Ha ha! Hier hat dann jeder Rechner die
gleichen Möglichkeiten. IPv6 ist das Protokoll der Zukunft.

Aber ich muss auch sagen, dass die Zuteilung eines 64-Bit-Netzes
schon etwas arg übertrieben ist! Was bringts denn, wenn wir jedem ein
64-Bit-Adressraum zur Verfügung stellen? Irgend wann fangen wir dann
wieder an, die Präfixe auf 96-Bit zu erhöhen, fordern von alt
eingesessenen Unternehmen, dass sie ihre gesamte Struktur umstellen.

Ich habe ein paar Rootserver, die alle per IPv6 erreichbar sind.
Jeder dieser Server hat einen eigenen 64-Bit-Adressraum bekommen. Das
halte ich für extremst übertrieben. Kann man da nicht kleine Brötchen
backen und 120-Bit als Präfix nutzen und die letzten 8 Bit für jeden
Kunden manuell? Wäre doch vollkommen ausreichend. Großen Firmen kann
man ja gerne einen 64-Bit-Adressraum geben. Aber für jeden blöden
Server, für jeden blöden Anschluss???

Ich halte es für total bescheuert.

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