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APS-C-Kompaktkamera: Erste Bilder mit der Ricoh GR III

Ricohs GR III arbeitet mit APS-C-Sensor und Festbrennweite. Wir konnten uns einen ersten Eindruck der Kompakten verschaffen und zeigen Praxisbilder.

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(Bild: Peter Nonhoff-Arps)

Die Ricoh GR kann auf eine lange Tradition zurückblicken, die bis in Analogzeiten zurückreicht. Die erste analoge Ricoh GR stammt aus dem Jahre 1996. Die erste digitale Version hat der Hersteller 2013 vorgestellt, 2015 folgte die GR II. Nun, fast vier Jahre später erscheint die dritte Generation.

Das Grundprinzip der Edel-Kompaktkamera hat sich dabei nicht geändert. Ricoh setzt nach wie vor auf einen APS-C-Sensor ohne Tiefpassfilter und eine lichtstarke 18,3-mm-Festbrennweite, was in der Kleinbildwelt einem Weitwinkel mit 28 Millimetern entspricht, alles untergebracht in einem Hosentaschen-tauglichen, stabilen Magnesium-Druckgussgehäuse.

Gegenüber den Vorgängern hat sich die Auflösung von 16 auf 24 Megapixel erhöht und der Sensor ist auf einer 3-Achsen-Bildstabilisierung gelagert. Das Objektiv bietet nun einen Makrobereich von sechs bis zwölf Zentimeter. Bedient wird die Kamera über Tasten und Räder. Hinzu kommt zur Unterstützung ein Touch-Display, über das sich der Fokusbereich verschieben lässt. Die Bilddaten gelangen auf Wunsch per WLAN zum Smartphone. Das passt gut zu einer Kamera, die vom Konzept her auf Street-, Alltags- und Schnappschuss-Fotografie ausgerichtet ist.

Ricoh GR III – Praxisbilder (14 Bilder)

Trotz Weitwinkeloptik können Fotografen mit der Ricoh GR III Motive gut vor einem harmonischen Hintergrund freistellen.
Ricoh GR III | 18 mm | ISO 200 | f/2.8 | 1/200 s

(Bild: Peter Nonhoff-Arps)

Wir hatten die Gelegenheit, die Ricoh GR III vor dem Verkaufsstart, der noch in diesem Monat stattfinden soll, auszuprobieren.

Selbst GR-Neulinge kommen mit der übersichtlich gestalteten Kamera schnell zurecht. Nach dem Einschalten öffnen sich die Lamellen vor der Optik und der Fotograf kann sofort loslegen. Wie bei Systemkameras gibt es ein Programmwahlrad (P, Av, Tv, M), das zudem drei frei konfigurierbare Anwendermodi (U1-U3) bietet. Es ist erstaunlich, welche vielfältigen Möglichkeiten das Menü zur Einstellung bietet. Alle oft genutzten Funktionen wie ISO, Weißabgleich, Fokus- oder Auslösemethode stellt auf Knopfdruck auch die obere Wippe zur Verfügung. Praktisch ist beispielsweise der Schnappschuss-Modus. Hier lässt sich eine Grundentfernung manuell festlegen und das Display zeigt je nach eingestelltem Blendenwert den Schärfebereich an. Manuell stellen Fotografen nicht am Objektiv, sondern am hinteren Drehrad scharf.

Wir hatten die Gelegenheit bei typisch trübem Hamburger Wetter in der Speicherstadt erste Eindrücke einzufangen. Darunter waren eine ISO-Reihe von ISO 100 bis ISO-max., eine Blendenreihe von f/2.8 bis f/16 sowie diverse Draußenaufnahmen. Alle Bilder zeichnen sich durch eine gute Detailschärfe aus. Auffällig ist: Bei sehr kontrastreichen Motiven wie etwa die Aufnahme im Ladenlokal des Wasserschlosses, tendierte das Testmuster (noch ein Vorseriengerät) zu einer knappen Belichtung. Die DNG-Datei bietet aber erfreulich viele Reserven, sodass sich die Tonwerte nachträglich gut einstellen lassen und sich die Details aus den Schatten gut herausarbeiten lassen.

Ricoh GR II – ISO-Reihe (13 Bilder)

ISO 100

Das Motiv für die ISO-Reihe der Ricoh GR III mit Kenzeichnung des Ausschnitts für die 100%-Ausschnitte.
Rico GR III | 18 mm | ISO 100 | f/2.8 | 1,3 s
(Bild: Peter Nonhoff-Arps)

Wenn man bei der ISO-Reihe genau hinschaut, so beginnt schon bei ISO 200 ganz leichtes Rauschen, das bis ISO 3200 kontinuierlich zunimmt, jedoch kaum auffällt und lediglich den Bildlook etwas körniger aussehen lässt. Ab ISO 6400 tritt das Rauschen deutlicher zutage und es entstehen in dunklen Bereichen teils leichte Artefakte. Bis ISO 12.800 bleibt auch die Schärfe gut erhalten. Für eine ansehnliche bildschirmfüllende Darstellung reicht sogar noch ein Bild bei ISO 25.600.

Ricoh GR III – Blendenreihe (6 Bilder)

Blende f/2.8

Ricoh GR III | 18 mm | ISO 100 | f/2.8 | 1,3 s
(Bild: Peter Nonhoff-Arps)

Die Blendenreihe demonstriert, dass sich selbst mit einem Weitwinkelobjektiv noch harmonische Hintergründe mit angenehmen Lichtkreisen ergeben. Allerdings ist das kein Vergleich etwa zu einem 50- oder 80-mm-Objektiv mit Offenblende f/1.4.

"Die beste Kamera ist gerade die, die man dabeihat", bemerkte sinngemäß bereits Elliott Erwitt sehr passend. Die Ricoh GR III hat durchaus das Zeug dazu, sie ist nicht nur kompakt, sondern sie macht auch Spaß. Dabei ist sie trotz Weitwinkeloptik nicht einfach nur ein Ersatz für ein Smartphone. Sie bietet hoch aufgelöste scharfe Bilder, die ach bei höheren ISO-Werten noch genügend Details preisgeben. Aber man muss sich auch auf diese Kamera einlassen, denn mit ihrem festen Bildausschnitt erhalten die Bilder stets einen bestimmten Charakter. Für Street-Fotografen ein schönes Werkzeug, als reine Zweitkamera muss sie mit knapp 900 Euro natürlich ins Budget passen.

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(pen)