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Affen-Selfie: US-Gericht spricht Makaken kein Copyright zu

Für den jetzt sieben Jahre alten Makaken, der 2011 von sich Fotos anfertigte, will die Tierrechtsorganisation Peta das Copyright an den Aufnahmen durchsetzen. Sie scheiterten nun vor einem Gericht in San Francisco – möglicherweise nur vorerst.

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Naruto

(Bild: Naruto / David Slater)

Die Tierrechtsorganisation Peta ist vor Gericht damit gescheitert, einem Affen das Copyright an einem selbstgeknipsten Selbstportrait zu sichern. Richter William Orrick vom US-Bundesbezirksgericht in San Francisco hat angekündigt, die Klage der Tierrechtler gegen den britischen Fotografen David Slater auf dessen Antrag hin abzuweisen, berichtet CBS. Orrick stimme mit Slater überein, das bestehende Urheberrecht lasse nicht zu, dass Tiere Urheberrechtsschutz verlangen können.

Er sei nicht die richtige Person, um den Fall abzuwägen, sagte Orrick laut einem Bericht von Ars Technica. Das obliege dem US-Kongress und dem Präsidenten. Orrick wolle Peta aber zugestehen, in diesem Fall eine nachgebesserte Klage einreichen zu dürfen. Peta-Anwalt David Schwarz kündigte demnach an, das auch tun zu wollen.

Der Konflikt um das Copyright für ein Affen-Selfie kam 2014 auf, als Wikimedia sich weigerte, Slaters Aufforderung nachzukommen, Fotos des Makaken aus ihrer Sammlung zu entfernen. Slater meint, er habe das Urheberrecht an diesen Bildern, während Wikimedia dies bestreitet. Sie sieht die Bilder als lizenzfrei an. Später stellte sich das US Copyright Office auf Wikimedias Seite und konstatierte, dass es keine Werke registrieren kann, die von der Natur, von Tieren oder Pflanzen hergestellt wurden.

Der nun sieben Jahre alte Makake Naruto, der im Regenwald der Insel Sulawesi in Indonesien lebt, hatte die Aufnahmen 2011 angefertigt, als Slater seine Ausrüstung liegengelassen hatte. Peta meint, das Urheberrecht unterscheide nicht zwischen verschiedenen Spezies. Naruto sei an Kameras gewöhnt, habe sich selbst in der Kameralinse gespiegelt gesehen und gesehen, dass sich die Reflektion ändert, wenn er den Auslöser drückt. Daraufhin habe er sich in Pose gesetzt und mehrmals abgedrückt.

Peta will die Copyrights an den Affen-Selfies für Naruto wahrnehmen, die Aufnahmen unter eine kommerzielle Lizenz stellen und die daraus sich ergebenen Einnahmen komplett Naruto und seiner Gemeinschaft zukommen lassen. Für die Tierrechtler ist der Fall bedeutend, denn im Erfolgsfall wäre es das erste Mal, dass ein nichtmenschliches Tier – wie es die Tierschützer ausdrücken – selbst zu einem Besitzer erklärt würde – und nicht zu einem Gegenstand (anw)