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Angetestet: Smartphone-Gimbal Freevision Vilta-M

Ob für die Systemkamera oder das Smartphone – Gimbals erleichtern das Filmen aus der freien Hand ungemein. c‘t Fotografie hatte die Gelegenheit, ein Vorserienmodell des neuen Smartphone-Gimbal Freevision Vilta-M auszuprobieren.

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Hands-On: Smartphone-Gimbal Freevision Vilta-M

Der Freevision Vilta-M ist gewissermaßen der kleine Bruder des von Miniwing Europe im vergangenen Sommer vorgestellten Freevision Vilta mit 3-Achsen-Stabilisierung für die Action-Cams von GoPro. Mit dem Vilta-M sollen nun auch Smartphone-Filmer auf ihre Kosten kommen. c‘t Fotografie hatte die Gelegenheit, mit einem Vorserienmodell erste Testaufnahmen zu drehen.

Der Gimbal wurde in einem stabilen Transportbehälter geliefert. Die Verarbeitungsqualität wirkt insgesamt hochwertig: Die Arme sind aus Metall gefertigt und der Handgriff, welcher den Akku und die Steuerungselektronik enthält, besteht aus Kunststoff. Es gibt weder scharfe Kanten, noch Grate aus dem Spritzguss. Beigepackt waren ein Tragegurt und ein USB-Kabel, mit welchem der eingebaute Akku geladen wird. Er ist fest im Gimbal verbaut und nicht wechselbar.

Der Vilta-M wird mit Handschlaufe und USB-Kabel geliefert, außerdem liegt eine Transporttasche bei.

(Bild: Freevision)

Ist der Akku aufgeladen, steht als nächster Schritt vor der Inbetriebnahme das Ausbalancieren des in die Halterung eingeklemmten Smartphones an. Zum Austarieren wird die Feststellschraube an der horizontalen Achse gelöst, die Achse samt Smartphone in Position geschoben und dann nach Erreichen des Gleichgewichts wieder fixiert. Die Klemme nimmt Geräte mit einer Breite zwischen 48 und 85 Millimetern auf, die Smartphone-Kamera darf dabei nicht vom Gimbal verdeckt werden.

Balanceakt mit Augenmaß

Das Ausbalancieren und das Fixieren des Smartphones in dieser Postion funktioniert ein wenig hakelig, was möglicherweise dem Vorserienstatuts des Testgeräts geschuldet ist. In der Praxisanwendung zeigte sich jedoch, dass sich das Smartphone nur ungefähr im Gleichgewicht befinden muss, damit die eingebauten Motoren nicht zu sehr belastet werden. Sie arbeiten lautlos und verursachen demnach auch keine Störgeräusche auf der Video-Tonspur.

Unsere Test-Aufnahmen wurden mit einem Gigaset GS160 gefilmt, das keine eingebaute Bildstabilisierung besitzt. Kleinere Wackler und Schrittbewegungen des Kameramanns gleicht der Gimbal zuverlässig aus (siehe Video). Kurvenfahrten werden über den im Griff des Vilta-M eingebauten Joystick ermöglicht, auch endlose Rotationen um die horizontale Achse sind möglich. Der Joystick wird mit dem Daumen bedient, der Umgang sollte vor dem ersten Einsatz allerdings geübt werden: Die Motoren sprechen recht schnell an und schießen bei zu grober Bewegung schnell über das gewünschte Maß hinaus.

Der Vilta-M im Vergleich zur Freihand-Aufnahme

App-Unterstützung erst zum Marktstart

Da die zugehörige App mit dem Namen "Freevision 2.0" zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung stand, konnte die Stabilisierung lediglich in der Basisversion genutzt werden. Bei geplanten Erscheinen zum Verkaufsstart Mitte Januar soll das Programm via Bluetooth eine Verbindung zum Gimbal aufbauen können und die Steuerung der Aufnahme über den Handgriff ermöglichen, unter anderem soll sich auch die Empfindlichkeit des Joysticks anpassen lassen. Unterstützt werden laut Hersteller dann Android ab Version 4.3 sowie iOS ab Version 9. Das in einer ersten Pressemeldung ursprünglich angekündigte Feature, den Akku des Smartphones vom Gimbal aus drahtlos zu laden, hat es nicht in die endgültige Verkaufsversion geschafft.

Für eine Befestigung auf einem Stativ besitzt der Gimbal am Fuß ein 1/4“-Gewinde. Im Gegensatz zu seinem für ActionCams ausgelegten großen Bruder ist der Vilta-M nicht teilbar. Um den Gimbal nach der Nutzung im mitgelieferten Transportbehälter verstauen zu können, muss man die Halterung wieder in die Ruhestellung verschieben, was je nach Größe des Smartphones ein erneutes Ausbalancieren vor dem nächsten Einsatz erfordert. Insgesamt konnte der Vilta-M auch ohne App-Unterstützung mit seinen Basisfunktionen überzeugen. Er soll zum Preis von 169 Euro ab Mitte Januar im Handel verfügbar sein. Weitere Smartphone-Gimbals in diesem Preisbereich haben die Kollegen von TechStage im vergangenen Jahr ausführlich getestet. (Christoph Jehle) / (msi)