Anja Niedringhaus Award 2017 geht an Stephanie Sinclair

Die US-Amerikanerin Stephanie Sinclair bekommt den Anja Niedringhaus-Preis für mutigen Fotojournalismus 2017 verliehen. Benannt ist er nach der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus, die 2014 bei ihrer Arbeit in Afghanistan getötet wurde.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 1 Beitrag
Stephanie Sinclair gewinnt Anja Niedringhaus Award 2017
Von
  • Marten Siegmann

Der Anja Niedringhaus-Preis für mutigen Photojournalismus geht in diesem Jahr an die US-Amerikanerin Stephanie Sinclair. Das gaben die Organisatoren der International Women's Media Foundation (IWMF) beim World Press Photo Festival in Amsterdam bekannt. Seit 2014 wird der Preis jährlich verliehen. Benannt ist er nach der deutschen Kriegsfotografin Anja Niedringhaus, die 2014 bei ihrer Arbeit in Afghanistan von einem Attentäter getötet wurde.

Sinclairs Bilder zeigen Opfer von Zwangsheirat, Gewalt und Genitalverstümmelungen. Seit 15 Jahren bereist die Fotografin für ihre Arbeiten Länder auf der ganzen Welt. Besondere Bekanntheit erlangte sie mit ihrer Serie "Too Young to Wed", im Jahr 2000 wurde Sinclair mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Anja Niedringhaus-Preis geht an Stephanie Sinclair (7 Bilder)

Yagana (21), Yakaka (19) und Falimata (14) in Maiduguri, Nigeria, 2016. Die Mädchen wurden von der Terrormiliz Boko Haram entführt, bevor sie fliehen konnten.
(Bild: Stephanie Sinclair)

Sinclairs Fotos "berühren die Seele", schreibt die Jury. Außerdem zeigten sie, dass Mut nicht nur dadurch definiert werde, die Gefahren der Frontlinie eines Krieges auf sich zu nehmen. Ihre Bilder zeugten ebenso von intellektuellem und emotionalem Mut, der nötig sei, um sich Szenen der Verzweiflung immer wieder aufs Neue mit Eloquenz und Mitgefühl anzunähern.

Lobend von der Jury erwähnt wurden auch die Fotografinnen Louisa Gouliamaki (Polen/Griechenland) und Nicole Tung (Hongkong/USA). Gouliamakis Bilder thematisierten die Flüchtlingskrise in Europa sowie den Ukraine-Konflikt, Tung wurde für ihre Arbeiten über die emotionalen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf die Bevölkerung geehrt.

Seit 2014 wird der Anja Niedringhaus-Preis für mutigen Fotojournalismus ausgelobt, der in diesem Jahr am 8. Juni in der deutschen Botschaft in Washington verliehen werden soll. Er ist mit einer Geldsumme in Höhe von 20.000 Dollar dotiert. (msi)