Menü
c't Fotografie

Aus dem 3D-Drucker: "Zocus" hilft körperlich eingeschränkten Personen beim Fotografieren

Das 3D-Drucker-Online-Magazin "3D grenzenlos" berichtet über Zocus, eine App-gesteuerte, im 3D-Drucker hergestellte Kamera-Bedienungseinheit. Mit ihr können körperlich eingeschränkten Personen ihre Kamera über ein iOS-kompatibles Tablet fernbedienen.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 1 Beitrag

Das Online-Magazin 3D grenzenlos hat ein Großbritannien entwickeltes Kamera-Fernbedienungsmodul namens Zocus vorgestellt. Mit dessen Hilfe sollen körperlich eingeschränkte Personen mit einer digitalen Spiegelreflexkamera zoomen und fokussieren können – und zwar mittels einer App auf einem iOS-kompatiblen Tablet. Die Daten werden dabei über Bluetooth übertragen. Für die passgenaue Anfertigung der Ringe, welche Zoom- und Fokus-Einstellung am Kameraobjektiv umfassen, kommt ein 3D-Drucker zum Einsatz.

Der britische Ingenieur Jude Pullen Zocus hat Zocus entwickelt und im Rahmen der BBC-Show The Big Life Fix vorgestellt. Alle Projektdetails sind als Open Source-Projekt auf der Seite Instructables online zu finden. Als Kamera kam eine ältere Canon 600D zum Einsatz. Das Zoom ist ein Tamron AF 3,5-6,3/28-300 mm XR Di VC LDAspherical (IF) Macro.

Die Kosten für die zusätzlich zu Kamera, Objektiv und Tablet benötigten elektrischen und elektronischen Bauteile sollen bei etwa 110 Euro liegen. Als Kosten für den 3D-Druck nennt Pullen etwa 130 Euro. Die Druckkosten lassen sich jedoch noch reduzieren, wenn man Zugang zu einem lokalen Makerspace oder Fablab hat.

Jude Pullen hat Zocus entwickelt, um James Dunn, einem 23 Jahre alten Fotoamateur, eine technische Hilfestellung beim Fotografieren zu geben. Dunn ist an Epidermolysis bullosa erkrankt, einer genetisch bedingten Hautkrankheit. Halten und Bedienen einer Kamera fiel Dunn aufgrund seiner Krankheit vielfach zu schwer, sodass er immer wieder fremde Hilfe beim Fotografieren benötigte. Mit Zocus kann er nun die Kamera von seinem Tablet aus steuern und somit selbständiger fotografieren. (Christoph Jehle) / (keh)