Ausstellung: Das düstere Deutschland-Bild Andreas Mühes

Andreas Mühe hat sich mit Porträtaufnahmen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Flüchtlingen im deutschen Wald und der Serie "Obersalzberg" einen Namen gemacht. Jetzt zeigt das Haus der Photographie in Hamburg seine Arbeiten.

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Ausstellung: Das düstere Deutschland-Bild Andreas Mühes

Andreas Mühe Foto: © Sebastian Treytnar, Pankow 2013

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  • dpa

"Seine Bilder sind am besten mit einem Theaterstück zu vergleichen, bei dem der Regisseur sich zurücknimmt und seinen Akteuren den größtmöglichen Raum lässt», sagt Kurator Ingo Taubhorn. Unter dem Ausstellungs-Titel "Pathos als Distanz" sind noch bis zum 20. August 2017 Werke des deutschen Fotografen Andreas Mühe im Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen.

Auf der vierten Wand des großen Ausstellungsraumes sind seine Bilder von oben bis unten nach der "Petersburger Hängung" präsentiert. Großflächige Fotografien von Honeckers Jagdhaus, Flüchtlingen im deutschen Wald oder der Serie "Obersalzberg" mit einem Mann in NS-Uniform fordern den Betrachter heraus. Es sind überwiegend düstere Bilder, perfekt durch einzelne Lichtquellen inszeniert, dazwischen einige Werke aus der Serie "Neue Romantik" mit Sonnenaufgängen am Kreidefelsen von Rügen.

Andreas Mühe - "Pathos als Distanz" (7 Bilder)

Andreas Mühe: 2010, 2016 © VG Bildkunst Bonn 2017

"Das ist wie eine Bühne hier, wie eine große Inszenierung", sagt Mühe dazu. Es gibt sogar einen nachgebauten Hochsitz von Stasi-Chef Erich Mielke, auf den die Besucher klettern können und der das Gefühl des Beobachtetwerden noch verstärkt.

In drei gesonderten Kabinetten werden im intimeren Rahmen Arbeiten aus drei Werkkomplexen vorgestellt, darunter Gruppenmotive wie die "7 Bürgermeister" (2013), die im Hamburger Rathaussaal dem Betrachter den Rücken zukehren. Für viel Aufsehen hat bereits die Serie "Obersalzberg" gesorgt, bei der Mühe seinen Protagonisten mal in NS-Uniform, mal nackt posieren lässt. Zum Schmunzeln ist dagegen die Serie "Weihnachtsbäume", die für jedes Lebensjahr Mühes einen geschmückten Tannenbaum zeigt.

Die Ausstellung "Pathos als Distanz" im Haus der Fotografie in den Deichtorhallen Hamburg ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 uhr sowie jeden ersten Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. (msi)