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Ausstellung: Fotos aus dem Sperrgebiet

Die Gemeinde Worpswede startet mit Fotografie- und Grafikausstellungen ins Frühjahr. Unter anderem zeigt Rüdiger Lubricht Bilder aus einem U-Boot-Bunker, dem Teufelsmoor sowie der radioaktiv verstrahlten Zone rund um das Kernkraftwerk Tschernobyl.

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Ausstellung: Fotos aus dem Sperrgebiet

Arbeit aus der Serie Moorland

(Bild: Rüdiger Lubricht)

Unter dem Titel "Weggefährten – Rüdiger Lubricht und Freunde" stellt der gleichnamige Fotograf seine eigenen Bilder in der Großen Kunstschau Worpswede vor und setzt sie in den Dialog mit Arbeiten seiner fotografischen Weggefährten. Neben Werken des 1947 in Bremen geborenen Lubricht zeigt die Ausstellung auch Fotografien von Andreas Bohnhoff, Klaus Benhof und Fritz Dressler.

Ausstellung: Weggefährten - Rüdiger Lubricht und Freunde (6 Bilder)

Arbeit aus der Serie Moorland
(Bild: Rüdiger Lubricht)

In Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigt Lubricht Eindrücke aus dem ehemaligen U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge. Die Fabrik aus der NS-Zeit hat Jahrzehnte überdauert und erinnert an die vergangenen Schrecken und ihre Opfer. Immer wieder zieht es den Fotografen auch in die Landschaft des Teufelsmoores. Dort porträtiert er das nördlich von Bremen gelegene Gebiet mit seinen Lichtstimmungen. Mit seinem fotografischen Ansatz, so die Organisatoren, beschreibe Lubricht das "Irreale im Realen" der Landschaft.

Einen Namen machte sich Lubricht vor allem aber mit dem Langzeitprojekt Verlorene Orte/Gebrochene Biografien. Seit 2003 reist er regelmäßig in die sogenannte Sperrzone in der Ukraine, in die Stadt Pripjat und die angrenzenden Dörfer und Regionen, die durch die Atomkatastrophe in Tschernobyl von 1986 betroffen sind. Er dokumentiert die Landschaft und jene Menschen, die nach der Evakuierung in ihre Heimat zurückgekehrt sind und trotz der hohen Strahlenbelastung in der Sperrzone in einem verlassenen Gebiet leben.

Zu sehen sind die Werke von Lubricht und seinen „Weggefährten“ vom 5. März bis zum 11. Juni in der Großen Kunstschau Worpswede, Lindenallee 5. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Beginn ist am Sonntag, 5. März, um 11.30 Uhr.

Parallel zum Start der Ausstellung präsentiert das nahegelegene Museum Barkenhoff ab dem Wochenende unter dem Motto "Alles auf Papier" Grafiken aus der Sammlung des Künstlers Dieter Rogge. Darunter sind Arbeiten von Robert Rauschenberg, Per Kirkeby, Georg Baselitz und Dieter Rogge selbst. Das Museum Barkenhoff ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. (mit Material der dpa) / (msi)