Ausstellung "Junge deutsche Fotografie": Die Siegerbilder 2015/2016

Die Ausstellung "Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie" zeigt einen Aus- und Querschnitt des Schaffens junger Fotografen. Heute ist sie zum 12. Mal im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen gestartet.

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Unter dem Titel "Gute Aussichten" zeigt das Hamburger Haus der Photographie vom heutigen Freitag (4. März) an bis zum 17. April die Arbeiten der diesjährigen Preisträger des Wettbewerbs Junge deutsche Fotografie. Zu sehen sind mehr als 1100 Motive, die sich mit der Frage beschäftigen "Wie geht es weiter, Welt?"

Gute Aussichten, 2016 - Bilder der Eröffnung (14 Bilder)

Die Ausstellung findet im Haus der Photographie unweit des Hauptbahnhofs statt.
(Bild: Horst Gottfried)

Ziel der Ausstellung: Sie soll "junge, noch nicht etablierte Fotografen" vorstellen, die an der Schnittstelle zwischen Hochschule und kommender Berufs- oder Künstlerperspektive "ausloten, was heute möglich ist", sagt Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie. Er sieht die jungen Fotografen als gesellschaftliche Fragesteller, die "vielschichtige Bewegungen reflektieren" und Antworten auf die Frage geben "Wohin geht das Medium?"

Die Werke haben kein gemeinsames inhaltliches Thema und wurden nicht auf den Wettbewerb hin erstellt. Es handelt sich vielmehr um die prämierten Abschlussarbeiten von Studierenden verschiedener deutscher Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien mit einem Studienschwerpunkt Fotografie.

Besonders stark ist diesmal Berlin vertreten – mit Aras Gökten und Kamil Sobolewski (beide Ostkreuzschule für Fotografie Berlin), Lars Hübner (Kunsthochschule Berlin–Weißensee), Kolja Linowitzki (Universität der Künste Berlin) sowie Gregor Schmidt (HTW, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin). Felix Hüffelmann und Jewgeni Roppel studierten an der Fachhochschule Bielefeld, Kyung-Nyu Hyun an der Kunsthochschule für Medien Köln und Maja Wirkus an der Kunsthochschule Kassel.

Die Ergebnisse fallen höchst unterschiedlich aus: Das gestalterische Spektrum beginnt auf der realistischen Seite mit der Serie Nothing to Declare von Lars Hübner mit Streetphotography aus Taiwan und den Bildern urbaner Räume der Arkanum-Serie von Aras Gökten, der Serie Nahrungsaufnahme (Achtung: Wortspiel!) von Kyung-Nyu Hyun sowie Gregor Schmidts dokumentarischen Fotos der eher glänzenden Seiten Katars.

gute aussichten 2015/2016 (9 Bilder)

Zu den neun Preisträgern von gute aussichten gehört Aras Gökten mit seiner Serie "Arkanum". Er zeigt darin fotografisch überspitzt Ansichten urbaner Räume, die kalt und unnatürlich scheinen. Der Mensch wirkt in dieser "neuen Heimat" deplatziert und verloren.
(Bild: Aras Gökten, Arkanum, www.guteaussichten.org)

Zwar ebenfalls realistisch, aber mit größerem individuellen Interpretationsspielraum, kommen die Serien The Dark Side of the Moon von Felix Hüffelmann, Kamil Sobolewskis Rattenkönig in Schwarzweiß und Jewgeni Roppels Magnit. Stilistisch ganz am anderen Ende stehen schließlich Kolja Linowitzki mit seinen abstrakten Lichtmalereien Digits of Light sowie Maja Wirkus, die mit Praesens II Präsens den Schritt von der Fotokollage hin zu abstrakten dreidimensionalen Objekten geht.

Ein Besuch der zentral in der Nähe des Hauptbahnhofs gelegenen Ausstellung lohnt sich für fotografisch Interessierte allemal. Hier können sie sich die eine oder andere neue Anregung für eigene Bilder oder gar Projekte holen. Die Ausstellung wird anschließend noch zu sehen sein in Eschlikon, Schweiz (März-Mai 2016), und im Landesmuseum Koblenz (April-Juni 2016). Darüberhinaus ist der Katalog zur Ausstellung bereits als Buch erschienen.

  • Zeitraum: 4. März bis 17. April
  • Ort: Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg, Tel. 040- 32 10 30
  • Öffnungszeiten Di - So, 11 - 18 Uhr. Jeden 1. Do im Monat 11 – 21 Uhr.

(keh)