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"Camera-as-a-Service": Kamera mieten, Bilder bearbeiten lassen

Selber machen lassen: Ein US-Unternehmen bietet nicht nur Kameras zur Miete, sondern liefert auch gleich die Bildbearbeitung für die geschossenen Fotos mit. Fotografen müssen dann nur noch den Auslöser drücken.

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Für 100 Dollar im Monat: Kamera mieten, Bilder bearbeiten lassen

So stellt sich Relonch seine Kunden vor: Die Kamera ist höchstens ein modisches Accessoire und die ausgestaltung der eigenen Fotos legt man gern in fremde Hände. Ob sich davon viele Fotografen angesprochen fühlen?

(Bild: Relonch)

Kunden, die nur gute Fotos wollen, sich jedoch weder mit der Auswahl noch mit den Kosten einer passenden Kameraausrüstung herumschlagen wollen, sind die Zielgruppe des US-Unternehmens Relonch. Mit “Camera-as-a-Service” startete das in New York gegründete Unternehmen sein Angebot – es besteht aus einer Kamera und einem Bildbearbeitungsservice. Mehrere Medien berichten, dass dafür ein monatlicher Betrag von 100 US-Dollar fällig wird. Relonch selbst nennt diesen Preis nicht auf seiner Webseite.

Dort macht man zu den Kosten eine allerdings andere Rechnung auf. Man erwähnt eine Art Trade-In für die Bestandskamera des Anwenders. Dabei geht man im Beispiel von einem Kamera-Wert von 1.500 Dollar aus, die dann offenbar auf dem Nutzerkonto gut geschrieben werden. Wie das Prozedere genau in der Praxis ablaufen soll, ist auf der Relonch-Website nicht beschrieben.

[Update, 20.12., 08:30] Auf Nachfrage bestätigte Relonch, dass es sich bei dem Angebot nicht um ein Abonnement handelt. Man bezahle tatsächlich nur für jedes Bild, das man nutzen wolle.

Die Relonch 291 gehört zum Angebot “Camera-as-a-Service”. Sie besitzt nur einen Auslöser und funkt alle gemachten Fotos automatisch an den Relonch-Server.

(Bild: Relonch)

Die zum Angebot gehörende Kamera "Relonch 291" basiert auf dem Samsung-NX-System und besitzt neben dem Power- nur noch einen Auslöseknopf. Jede mit dieser Kamera erstellte Aufnahme wird über LTE automatisch auf den Server des Unternehmens hochgeladen, wo die Bilder bearbeitet werden. Mithilfe einer mobile Applikation können Nutzer die gelieferten Bilder empfangen und speichern. Jeden Morgen sollen die Fotografen die Bilder bekommen, die sie am Vortag aufgenommen haben. Daraus können sie die dann die Aufnahmen wählen, die sie behalten und somit bezahlen wollen. Mit einem Euro soll jedes Bild das Nutzerkonto belasten.

Vorher, nachher: Relonch will morgens die Aufnahmen des Vortags an den Nutzer ausliefern - natürlich fertig bearbeitet.

(Bild: Relonch)

Die so erreichten Ergebnisse nennt Relonch “professional-looking images“. Sie sollen bislang mit ihren Bildern unzufriedene Kamerabesitzer zu erfolgreichen Fotografen machen. Relonch will seinen Service bis 2018 weltweit verfügbar machen.

Für Relonch ist die 291-Kamera schon der zweite Anlauf: Bereits auf der Photokina 2014 zeigte das Unternehmen die Relonch Camera, ein Kameramodul für ein iPhone. Dieses Projekt verschwand danach allerdings sang und klanglos.

Kameras mieten statt kaufen

Dass Relonch-Projekt wird vermutlich vielen Europäern zu weit gehen, zumal die eigenen Fotos auf die Server des Unternehmens in die USA geschickt werden. Eine Kamera zu mieten, statt zu kaufen ist allerdings ein spannender Aspekt dabei – und dafür muss man sich nicht an ein Unternehmen in den USA wenden. Mieten, statt kaufen – das bieten neben Fotofachhändlern auch die Hersteller selbst an. Dazu gibt es unzählige Verleihdienste auch online.

Einen relativ neuen Service bietet beispielsweise der Hamburger Otto-Versand an. Seit Mitte Dezember kann man hier verschiedene Spiegelreflexkameras von Canon leihen. Die Miet-Preise liegen zwischen 20 und 60 Euro pro Monat. Die Mindestmietdauer liegt bei drei Monaten. Bei dem Projekt des Otto-Versands handelt sich um ein Angebot, das bislang nicht auf Dauer angelegt ist und jederzeit wieder vom Markt genommen werden könnte. Allerdings ist die Nachfrage nach den drei Canon-Kameras deutlich größer, als zuvor erwartet. Die Kameras müssen zu Ende der Mietzeit wieder zurückgegeben werden. Somit handelt es sich nicht um ein Mietkauf-System, bei dem der Mietpreis auf den Kaufpreis angerechnet würde. (Christoph Jehle ) / (ssi)