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Crop-Killer: Canon-Spiegelreflex EOS 7D

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Nachdem sich in den letzten Tagen die Gerüchte um eine neue Spiegelreflexkamera von Canon verdichteten, herrscht nun Gewissheit: Der Hersteller stellte heute offiziell die 18-Megapixel-Kamera EOS 7D vor. Anders als noch vor Wochen erwartet hat die Kamera keinen Vollformat-Sensor, stattdessen drängeln sich die Pixel auf einem APS-C-großen CMOS-Bildaufnehmer (22,3 x 14,9 mm). Canon positioniert sie zwischen den Modellen EOS 50D und EOS 5D Mark II: Deutlich schneller und nominell höher auflösend als die 50D, aber noch kein Sensor im Kleinbild-Vollformat wie die 5D.

Im Inneren der neuen Allround-Kamera arbeitet der "Dual DIGIC 4"-Prozessor, der es auf acht Serienbilder pro Sekunde (max. 126 JPEG-komprimierte oder 15 RAW-Bilder in Folge) bringt. Im Live-View-Modus kann man sogar Full-HD-Videos (1980 × 1080) mit 24 oder 30 fps oder 720p-Videos mit 50 oder 60 fps aufzeichnen, wobei die Clips knapp 30 Minuten lang werden dürfen. Gespeichert wird auf CF-Karte, wobei der Doppelprozessor die Geschwindigkeitsvorteile der UDMA-Klasse zu nutzen weiß.

Der CMOS-Sensor nutzt eine überarbeitete Fotodioden- und Mikrolinsenkonstruktion, was die Bildergebnisse auch bei hohen ISO-Werten verbessern soll. Die lückenlos angeordneten Mikrolinsen wurden dabei noch näher an den Fotodioden platziert. Diese Neuerung soll für ein optimiertes Rauschverhalten auch bei höheren ISO-Zahlen (bis 12.800 möglich) sorgen.

Die EOS 7D hat ein neues AF-System mit 19 hochempfindlichen Kreuzsensoren mitbekommen, die bereichsweise aktiviert werden können. Außerdem lassen sich unterschiedliche AF-Messfelder auf vertikale oder horizontale Kameraausrichtung voreinstellen, was den schnellen Wechsel zwischen Quer- und Hochformat erleichtert. iFCL (Intelligent Focus Colour Luminance) ist das Kürzel für ein neues Belichtungs-Messsystem, das eine Messung von Schärfe, Farbe und Helligkeit über 63 Bereiche durchführt. Ein Dual-Layer-Sensor will mit einer rot- und einer blauempfindlichen Schicht für eine besonders genaue und gleichmäßige Belichtung sorgen.

Der neuentwickelte Sucher mit 100 Prozent Gesichtsfeld, einer Vergrößerung auf 1:1 (bei Normalbrennweite) und einer Vielzahl eingeblendeter Zusatzinformationen soll das Arbeiten erleichtern. Der Dachkantprismen-Sucher arbeitet nicht mit auswechselbaren Mattscheiben, sondern als weitere EOS-Neuerung mit einem lichtdurchlässigen LCD. Das transparente Display gestattet die Einblendung diverser Bildinformationen, wie beispielsweise Gitternetzlinien oder die neue elektronische 3D-Wasserwaage. Letztere zeigt die Neigung der Kamera entlang der Quer- und Längsachse an. Das erweist sich laut Canon vor allem bei Landschaftsaufnahmen und bei der Verwendung von Tilt/Shift-Objektiven für eine korrekte Ausrichtung der Kameraposition als hilfreich.

Die EOS 7D ist mit allen EF- und EF-S-Objektiven sowie Canon EX-Speedlites kompatibel. Außerdem unterstützt sie den neuen Akkugriff BG-E7 für Lithium-Ionen-Akkus vom Typ LP-E6 und die Fernauslöser RC-1 und RC-5. Die Kamera soll Anfang Oktober 2009 für 1649 Euro (nur Body) in den Handel kommen, des Weiteren sind Kits mit den zwei neuen Objektiven EF-S 18-135 IS (1999 Euro) und EF-S 15-85 IS USM (2299 Euro) geplant. (cm)