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Darktable 1.6 ist performanter, mächtiger und Mac-tauglich

Bei Version 1.6 des Raw-Konverters Darktable haben die Entwickler aus dem Vollen geschöpft. Verbessert wurde im Prinzip alles, von der GUI über die Bildbearbeitung bis zum Demosaicing ist vieles neu. Für Mac-Anwender gibt es Erfreuliches zu berichten.

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(Bild: Darktable)

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Die Entwickler der freien Software für die Fotobearbeitung und -verwaltung Darktable haben knapp ein Jahr nach dem letzten größeren Versionssprung Darktable 1.6 vorgestellt und die Liste der Neuerungen ist lang: Für Mac-Benutzer dürften signierte OS X-Packages eine wesentliche Verbesserung darstellen. Auch die früheren Darktable-Versionen konnte man auf dem Mac installieren, diese Installationen hatten aber eher experimentellen Charakter.

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Die Oberfläche der Version 1.6 soll nun auch auf hochaufgelösten Displays, wie beispielsweise 4K-Monitoren, ordentlich dargestellt werden. Auch bei den Bildern geht der Trend in Richtung höherer Auflösungen. Den Entwicklern zufolge kann Darktable TIFF-Dateien mit 26.770 × 13.385 Pixeln Größe bearbeiten, das sind immerhin 358 Megapixel. Für aufwendige Panoramastitchings reicht das allerdings immer noch nicht. Theoretisch soll es auch möglich sein Bilddateien unbegrenzter Größe zu öffnen, aber hier legen sich die Entwickler nicht fest.

Zum Vergleich: Lightroom garantiert die Kompatibilität zu Bilddateien mit 65.000 × 65.000 Pixeln (~4,2 Gigapixel). Bei derart großen Dateien ist ein leistungsfähiger Computer mit 64-Bit Prozessor und entsprechendem Betriebssystem Pflicht. Apropos Betriebssystem: Eine Windows-Version von Darktable gibt es weiterhin nicht. Für die Entwickler ist Linux nach wie vor das erste und wichtigste Betriebssystem.

32-Bit TIFF-Dateien, also Bilddateien mit einem besonders hohen dynamischen Bereich, können nun ähnlich wie unter Photoshop als Gleitkommadaten abgespeichert werden. Die Bildexporte zu Flickr kann Darktable nun per HTTPS verschlüsseln. Detailverluste in den Lichtern soll Darktable 1.6 mit einem neuen Wiederherstellungsmodus rekonstruieren können. Sowohl in PNG als auch in TIFF Dateien unterstützt Darktable nun vollumfänglich eingebettete ICC-Profile. Per Lua Scripting kann man Darktable 1.6 noch besser anpassen als das bisherige Darktable 1.4.

Bildberechnungen soll das neue Darktable schneller durchführen als sein Vorgänger. Durch Multicore-Support wird der Bildexport bei OpenEXR-Dateien beschleunigt, die Bildkompression beim Speichern dieses Formates ist erstmal parallelisierbar. Spürbar schneller soll nun auch das Demosaicing-Verfahren Amaze ablaufen.Das gilt allerdings nur in Relation zum Vorgänger. Wörtlich heißt es dazu von den Entwicklern:"it is still slow but not as bad as it used to be".

Durch die neu hinzugekommene Unterstützung der Fuji X-trans Sensoren gibt es mit Markesteijn for x-trans und Vng for x-trans dazu passende Demosaicing-Algorithmen. Hinweis: Anders als Photoshop und Lightroom, lässt Darktable seinen Benutzern die Wahl zwischen verschiedenen Demosaicing-Methoden. Als Anwender kann man mit Darktable also schon in einem sehr frühen Stadium die Konvertierung nach eigenen Vorstellungen beeinflussen.

Ein aktualisiertes Benutzerhandbuch soll Neueinsteigern den Einstieg erleichtern. Nach dem unrühmlichen Ende von Aperture mausert sich Darktable nach und nach auch auf dem Mac zu einer veritablen Lightroom-Alternative. (Sascha Steinhoff) / (sts)