Die Beziehung von Mensch und Natur – die Bilder der Woche (KW 44)

Wie beeinflusst uns unsere Umwelt und wie beeinflussen wir sie? Die Bilder des Tages aus der Kalenderwoche 44 zeigen, wie alltäglich beide Einwirkungen sind – und wie unterschiedlich sie in Erscheinung treten können.

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Die Beziehung von Mensch und Natur – die Bilder der Woche (KW 44)

(Bild: Michael Rasch )

Von
  • Christine Bruns

Nicht jeder Einfluss ist gleich offensichtlich – trotzdem prägt der Mensch seine Umwelt und die Umwelt prägt ihn. Dieses Wechselspiel zeigten gleich mehrere der Bilder des Tages aus der c't Fotografie Galerie in der Kalenderwoche 44. Im Fall des Bildes mit dem Titel „Die Eiche“ von Michael Rasch durchbrechen Kondensstreifen den romantischen Morgenhimmel, andere Einflüsse bedrohen ganze Tierarten, wie beispielsweise den Bestand der Zwerggrundel in Südostasien, die latediver im Bild festgehalten hat.

Oft beeinflusst die Natur unsere Emotionen, ruft Wehmut oder Kaminstimmung hervor, wie die fließenden Nebel von Sonja Schneider. Ihr Motiv zeugt vom nahmenden Winter, aber lässt den Betrachter gleichzeitig über die Schönheit der Landschaft staunen. Nicht zuletzt beeinflussen uns auch Tiere – und das ist nicht immer gern gesehen. So schön so eine Wespe in einer Makroaufnahme, wie der von Detlef Reich, auch wirken mag, viele dürften mit den Tieren eher unangenehme Erinnerungen verbinden.

In früheren Jahrhunderten waren die Menschen noch stärker mit der Natur verbunden. Zur Bestimmung der Jahreszeiten oder bestimmter Himmelsereignisse legten sie Steinkreise. Galeriefotograf ispin stieß eher zufällig auf einen selbstgebauten Steinkreis im Minuaturformat, offensichtlich jüngeren Datums. Und doch transportiert sein Bild die Anmutung einer Szene aus längst vergangenen Tagen.

Galerie-Mitglied Rontrus blendet in seiner Architekturaufnahme jegliche Natur aus. Himmel und Wasser werden schwarz, übrig bleiben symmetrische Häuser, die wie gezeichnet wirken. Und als wollte es losfliegen, streckt sich das Riesenrad des Wiener Praters in Joachim Kinders Foto in die Höhe. Mit "Wien IV" zeigt er eine neue Perspektive auf dieses bekannte Motiv.

Bilder der Woche (KW 44) (7 Bilder)

Wien IV

Galeriefotograf Joachim Kiner musste für dieses Bild hoch hinaus, denn der höchste Punkt des Riesenrads auf dem Wiener Prater liegt 64,75 Meter über dem Boden. Die Attraktion wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Josefs I. errichtet. Seitdem hat sie Brände, Abrissgenehmigungen und Dreharbeiten überlebt. Galeriemitglied DiJay freut sich über die „Kabinenpunkte“ in der Aufnahme und würdigt zugleich die technischen Herausforderungen, die für das Riesenrad überwunden wurden.

Fotograf Joachim Kiner hat das Foto Anfang Oktober während einer viertägigen Städtetour nach und durch Wien aufgenommen: "Die Hauptschwierigkeit bestand darin, einen der begehrten Fensterplätze zu ergattern – hier geht es mitunter ziemlich ruppig zu – und gleichzeitig schwindelfrei zu sein, wenn man sich mit dem halben Oberkörper durch das Kabinenfenster zwängt. Der Rest ist eine Frage des Geschicks und des Glücks: Stimmt der manuelle Fokus, hat man im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt, verläuft die Fahrt weitestgehend ruckelfrei und reicht das Restlicht des anbrechenden Abends für eine rauschfreie Aufnahme aus? Das alles scheint bei dieser Aufnahme der Fall gewesen zu sein."

Nikon D5300 | 28 mm | ISO 100 | f/5.6 | 1/125 s (Bild: Joachim Kiner )

(cbr)