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Die Fotoaufgabe der Woche (4/6): Das Licht lesen lernen

In unserer Serie gibt Autor Lars Poeck jede Woche Grundlagenwissen zur Fotografie weiter und stellt eine passende kreative Foto-Aufgabe. Dieses Mal geht es darum, Lichtstimmungen richtig einzuschätzen.

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Seitliches Streiflicht mit etwas Lens Flare macht dieses Motiv zum absoluten Sommermotiv. (ISO 100 | 41 mm | f/18 | 1/800 s)

(Bild: Lars Poeck)

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Es ist wichtig, dass du dich mit der Wirkung des Lichts vertraut machst und lernst, das Licht zu „lesen“. Denn je besser du die Lichtstimmungen einzuschätzen weißt, desto besser wird dein Auge die passende Perspektive finden.

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Dieser Text ist ein Auszug aus Lars Poecks Buch "Kreative Foto-Aufgaben".

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Ohne Licht könnten wir kein Foto machen. Das sei schon mal grundsätzlich klargestellt. Doch Licht kann mehr. Licht beleuchtet nicht nur dein Foto, es ist auch ein maßgebliches Element der Bildgestaltung. Daher beschäftigen wir uns eingehender damit.

Lichtquellen können verschiedene Intensitäten haben, von gedimmt und ganz weich bis zu sehr hell und intensiv. Lerne, damit zu arbeiten und die unterschiedlichen Situationen für deine Fotoidee zu nutzen. Ist die Lichtquelle sehr groß und nahe am Objekt, ist sie weich. Zudem kann die Nutzung eines Diffusors hartes Licht weich machen. In der Natur ist zum Beispiel ein wolkenverhangener Himmel der beste Diffusor für ein weiches Licht. Hartes Licht produziert einen hohen Kontrast. Die Schatten sind dunkel mit deutlichen Rändern. Bei hellen Flächen hingegen musst du darauf achten, das Foto nicht überzubelichten. Hast du Gegenlicht, hast du das Licht im Rücken oder seitliches Streiflicht? Die Richtung des Lichts bestimmt, wo und wie die Höhepunkte und die Schatten in deinem Foto liegen. Damit kannst du das ganze Foto komponieren.

Fotoaufgabe der Woche (4/6) (3 Bilder)

Beelitz Heilstätten: In Treppenhäusern sind oft spannende Lichtverhältnisse. Das Licht fällt hier von oben durch das Treppenhaus auf das Model und wirkt sehr fokussiert, aber trotzdem weich.


ISO 200 | 59 mm | f/8 | 1/30 s
(Bild: Lars Poeck)

Jedes Licht erzeugt andere Farben. Diese Farbtemperatur ist abhängig von der Umgebung (innen/außen, Sonne/Regen …). Die Einheit der Farbtemperatur ist Kelvin (K). Wenn die Farben im Foto einfach falsch aussehen – die Gesichter plötzlich rötlich sind oder der Schnee bläulich ist, dann ist meist die Farbe des Lichts verantwortlich. Genau dafür hat deine Kamera die Einstellung mit dem Namen „Weißabgleich“. Damit kannst du die unterschiedlichen Lichtsituationen ausgleichen. Ich empfehle dir, den Weißabgleich auf Automatik einzustellen und zudem in RAW zu fotografieren. Dann kannst du im Nachgang sehr viel einfacher das korrekte Weiß und die korrekte Farbigkeit in der Bildbearbeitung anwählen, falls diese dir nicht korrekt vorkommt.

Farbtemperaturen in Kelvin
1500 K Kerzenlicht/Dämmerung
2800 K Kunstlicht
5000 K Morgen-/Abendsonne
5500-5800 K Mittagssonne, Bewölkung
6500-7500 K bedeckter Himmel
7500-8500 K Nebel, starker Dunst
9000-12.000 K blauer (wolkenloser) Himmel

Überlege dir ein geeignetes Motiv für eine Low-key-Aufnahme. Was eignet sich zum Beispiel dank spannender Konturen, um besonders präsent vor dunklem Hintergrund hervorgehoben zu werden? Natürlich sind Gesichter immer spannend. Wie ändert sich der Ausdruck durch die Beleuchtung?

Bei der Low-key-Fotografie sind Schatten und dunkle Bereiche beabsichtigt. Wenige helle Bildteile setzen Akzente im Bild. Wie machst du ein Low-key-Foto? Deine Lichtquelle sollte intensiver sein als das Umgebungslicht. Normalerweise hast du einen schwarzen oder dunklen Hintergrund. Super ist ein abgedunkelter Raum mit einem Licht oder Blitz, den du seitlich zum Motiv positionierst.

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(Lars Poeck) / (msi)