Die Welt: Cindy Sherman gestaltet Tageszeitung

Die amerikanische Fotokünstlerin Cindy Sherman wird am 11. Dezember eine Ausgabe der Tageszeitung "Die Welt" gestalten. Damit tritt die Pionierin der Selfie-Bewegung in die Fußstapfen eines bekannten deutschen Malers.

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(Bild: Die Welt)

Von
  • Sascha Steinhoff

Seit 2010 darf jedes Jahr ein bedeutender Künstler für einen Tag das Erscheinungsbild der Tageszeitung Die Welt gestalten. In diesem Jahr fiel die Wahl der Axel Springer Publikation auf Cindy Sherman, eine US-amerikanische Fotografin.

Ein wesentlicher Teil des Werks von Cindy Sherman sind Selbstporträts. Jahrzehnte bevor Selfies per Smartphone zum Massenphänomen wurden, erstellte Sherman schon umfangreiche Serien mit aufwendig inszenierten Selbstporträts. Mit diesen oft bizarren Fotografien begründete die Künstlerin, welche in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feierte, ihren internationalen Ruf. Sie ist eine der bekanntesten Fotografinnen der Gegenwart, ihre Bilder haben bei Auktionen Millionenpreise erzielt.

In einem Zeitalter, in dem kaum jemand der visuellen Reizüberflutung durch klassische Massenmedien und nutzergenerierte Angebote à la Youtube, Facebook und Instagram entfliehen kann, gelten Shermans Bilder als aktueller denn je. Mit der Übernahme der künstlerischen Gestaltung für eine Ausgabe der Welt tritt Sherman in die Fußstapfen anderer bedeutender Gegenwartskünstler wie Georg Baselitz (2010), Ellsworth Kelly (2011), Gerhard Richter (2012) und Neo Rauch (2013). Erstmals gestaltet also eine fotografierende Frau statt eines malenden Mannes die Künstlerausgabe der als eher konservativ geltenden Tageszeitung. (sts)