Menü
c't Fotografie

Digitalkameraproduktion in Japan um 30 Prozent geschrumpft

vorlesen Drucken Kommentare lesen 64 Beiträge

In Folge des Erdbebens am 11. März ist in Japan die Produktion von Digitalkameras japanischer Hersteller im April stark zurückgegangen. Während sie im April 2010 noch 11,39 Millionen Digitalkameras produzierten, waren es gleichen Monat dieses Jahres 7,96 Millionen oder etwa 70 Prozent. Das geht aus Statistiken (PDF-Datei) des Branchenverbands Camera and Imaging Products Association (CIPA) hervor. Der Umsatz schrumpfte demnach von 126,92 Milliarden Yen (1,08 Milliarden Euro) auf 74 Milliarden Yen.

Der Ausstoß an Kameras mit Wechselobjektiven allein ging von rund 1 Million auf 763.000 zurück, also um etwa 37 Prozent. Die Produktion von Kompaktkameras nahm um etwa 28 Prozent von 10,39 Millionen auf 7,18 Millionen ab. Die Zahlen liefern die CIPA-Mitglieder wie Canon, Olympus, Ricoh, Panasonic, Seiko, Konica und Nikon selbst; sie enthalten auch Zahlen der Produktionsstandorte im Ausland. Die Kameraproduzenten waren laut CIPA vor allem durch Beeinträchtigungen der Lieferkette beziehungsweise durch Schäden an der Verkehrsinfrastruktur dazu gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder mitunter ganz einzustellen. Dazu kommt eine schwankende Stromversorgung.

Im April, gut einen Monat nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Nordosten Japans, hatten Hersteller und Händler in Deutschland bereits mit Folgen der Produktionsausfälle bei Kameras wie auch Handys, Laptops oder LCD-Fernsehern gerechnet. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hatte sich zuvor noch optimistisch geäußert, da sich die direkten Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis auf die Produktion von Hightech-Produkten in Grenzen gehalten hätten. Vor ein paar Tagen erklärte der Verband, es gebe zwar Lieferengpässe bei Hightech-Produkten, diese würden sich für die Verbraucher aber kaum auswirken. (anw)