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Dreimal anders: Olympus PEN E-P3, E-PL3 und E-PM1

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Olympus PEN E-P3, hier in Silber.

Gleich drei neue Systemkameras aus der PEN-Serie stellte Olympus Ende Juni vor, namentlich die E-P3, E-PL3 und E-PM1. Die Modelle unterscheiden sich in Ausstattung und Abmessungen, das bildgebende Innenleben mit 12-MP-Sensor (nun bis ISO 12.800) und Shift-Bildstabilisierung, neuem Bildprozessor und "weltschnellstem" Autofokus ist aber immer das gleiche, ebenso wie das Micro-FourThirds-Bajonett. Wir hatten Gelegenheit, ein Serienmodell der E-P3 unter Praxisbedingungen auszuprobieren.

Wie Panasonic bei den neueren G-Modellen erhöht Olympus während der Fokussierung die Ausleserate des Live-MOS-Sensors auf 120 Hz. Der neue "TruePic VI"-Doppelkernprozessor kann sich nun iterativ alle 8,3 Millisekunden an den Fokuspunkt herantasten. Erster Eindruck: Bei mittleren bis guten Lichtbedingungen ist der Autofokus wirklich atemberaubend schnell, auch wenn sich der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den Panasonic-Modellen G3 und GF3 nur in Nachkommastellen der Messwerte manifestieren mag. Noch unmittelbarer geht es im Full-Time-AF-Betrieb, bei dem die Kamera den Fokus auch dann nachführt, wenn man den Auslöser gar nicht berührt – was allerdings auf Kosten der Akkulaufzeit geht. Bei schlechten Lichtverhältnissen muss auch der PEN-Autofokus etwas länger raten, wird aber nun durch ein AF-Hilfslicht unterstützt.

Olympus M.Zuiko 12 mm 1:2.0

Das neue AF-Tracking verfolgt sich kontinuierlich bewegende Objekte und hält sie im Schärfebereich – sogar wenn sie kurz nicht im Bildfeld sind. 35 Autokuspunkte können manuell oder automatisch aktiviert werden, wobei auch der Touchscreen der E-P3 eingesetzt werden kann: Scharfzustellendes Motivteil antippen, und schon wird darauf fokussiert. Drei Serienbilder pro Sekunde liefert die neue PEN, als kürzeste Verschlusszeit sind 1/4000 s einzustellen.

Neu ist der eingebaute Ausklapp-Blitz, der Zubehör-/Blitzschuh mit Anschlussmöglichkeit für den elektronischen Sucher VF-2, den ebenfalls neuen Systemblitz FL-300R oder die "PENPAL Communication Unit", ein Bluetooth-Transceiver zur drahtlosen Kommunikation.

Die Olympus E-PL3 soll es in Weiß, Silber, Rot und Schwarz geben.

Das 3" (7,6 cm) große OLED-Display der E-P3 liefert blickwinkelunabhängig ein sehr direktes, brillantes und absolut ruckelfreies "Sucherbild". Im Unterschied zu vorangegangenen Generationen stört hier keine kontrastmindernde berührungsempfindliche Folie die Bildwiedergabe; offensichtlich verwendet Olympus einen hochwertigen kapazitiven Touchscreen, wie man ihn vom iPhone kennt. Auch durch den "Live Guide", ein interaktives Hilfesystem, blättert man mittels Touch-Gesten; der Guide steht auch im Video-Modus zur Verfügung. Das DIsplay bietet 610.000 Subpixel, durch das bei OLEDs mögliche Subpixel-Rendering entspricht die Auflösung einem VGA-Monitor mit 920.000 Subpixeln.

Olympus E-P3 Praxistest (11 Bilder)

ISO 200

Olympus E-PL3 bei ISO 200, 1/400 s, Außenaufnahmen

Die neuen PENs nehmen HD-Videos mit Stereoton auf, wahlweise im platzsparenden AVCHD-Format in 1080i mit 60 Bildern/s oder im leichter nachzubearbeitenden Motion-JPEG-Format; bei letzterem wird allerdings nur in 720p-HD gespeichert. Die zehn "Art-Filter" Dramatischer Ton, Körniger Film, Lochkamera, Pop Art, Weichzeichner, Blasse & helle Farben, Leichte Tönung, Zartes Sepia, Diorama und Crossentwicklung stehen auch im Videomodus zur Verfügung, manche führen wegen der erforderlichen Rechenzeit aber zu einer stroboskopartigen Aufzeichnung.

Schwenkdisplay der E-PL3

Richtig Spaß macht die E-P3 mit dem neuen Weitwinkel M.Zuiko 12 mm 1:2.0 (umgerechnet 24 mm KB-Brennweite), das uns ebenfalls kurz zur Verfügung stand. Das hochwertig verarbeitete Objektiv (Metalltubus) ist mit einem verschiebbaren Fokusring ausgestattet, der eingerastet eine mechanisch gekoppelte manuelle Fokussierung erlaubt – ganz klassisch mit Entfernungs- und Schärfentiefeskala. Eine weitere Objektiv-Neuheit ist das kompakte Portrait-Tele M.Zuiko 45 mm 1:1.8; hier ist der Fokusring aber nur elektrisch gekoppelt. Das E-P3-Kit mit einem Dreifach-Standardzoom soll Ende August für 849 Euro auf den Markt kommen, als Gehäusefarben stehen Schwarz, Weiß oder Silber zur Auswahl.

Gleich sechs Gehäusefarben stehen bei der E-PM1 zur Auswahl - neben Schwarz auch Silber, Weiß, Dunkelbraun, Purple und Silber-Rosé.

Neben dem angetesteten Flaggschiff E-P3 stellte Olympus die PEN Lite E-PL3 und die PEN Mini E-PM1 vor, im Unterschied zum Panasonic-Lineup mit nahezu identischem Innenleben der E-P3. Die PEN Lite E-PL3 besitzt keinen Touchscreen, sondern ein nach oben und unten schwenkbares 3"-LCD mit halber VGA-Auflösung (460.000 Subpixel). Den nur wenige Wochen alten Kleinheits-Rekord der Panasonic Lumix GF3 will Olympus mit der PEN Mini E-PM1 schon wieder gebrochen haben. Ihre technische Ausstattung entspricht der E-P3 und E-PL3, nur hat man hier zugunsten eines noch kompakteren Gehäuses auf die Schwenkmechanik des (ansonsten gleichen) Displays verzichtet. Der Biltzschuh ist aber weiterhin vorhanden, ein Aufsteckblitz ist im Lieferumfang enthalten. Mit 109,5 × 63,7 × 34,0 mm und 216 g Leergewicht geriet sie tatsächliche einige Kubikmillimeter kleiner und sechs Gramm leichter als die GF3, allerdings ist beim Panasonic-Modell ein Klappblitz eingebaut. Die beiden kleineren PENs sollen im Herbst erscheinen, Preise nannte Olympus nocht nicht. (cm)