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Dürfen Digitalkameras künftig nicht mehr in die USA fliegen? (2. Update)

The Guardian berichtet über eine Mail der US Transportation Safety Administration (TSA) vom Montag, dass für Passagiere von Airlines aus 13 Ländern in Afrika und dem Nahen Osten die Mitnahme von Digitalkameras im Handgepäck nicht mehr erlaubt sei.

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Dürfen Digitalkameras künftig nicht mehr in die USA fliegen?

Symbolbild

(Bild: dpa)

Der britische The Guardian berichtet von einem Rundschreiben der US-amerikanische Transportation Safety Administration (TSA) vom 20. März, dass Digitalkameras in Flugzeugen aus 13 Ländern nicht mehr als Kabinengepäck befördert werden dürfen. Die Vorgaben gelten für alle Flüge mit Maschinen der 13 Länder aus Afrika und dem Nahen Osten in die USA und aus den USA. Als Vorlaufzeit für die Umsetzung dieser Vorgaben, werden 96 Stunden genannt. Bislang haben nur Saudia und Royal Jordanian mitgeteilt, dass sie von dem Verbot unterrichtet wurden.

Digitalkameras, die größer sind als ein Smartphone, dürfen künftig von Passagieren der betroffenen Airlines nur noch im aufgegebenen Gepäck transportiert werden. Dieses darf jedoch aufgrund früherer Vorschriften nur so verschlossen sein, dass es von den Sicherheitsbehörden zum Zweck der Sicherheitskontrolle geöffnet werden kann. Vom Transport von Wertsachen im aufgegebenen Gepäck wird schon seit Jahren dringend abgeraten. Dies gilt insbesondere bei aufgegebenem Gepäck, das nicht verschlossen ist. Schon seit längerem weist die arabische Airline Ethiad ihre Kunden ausdrücklich darauf hin, dass Fluggäste Kameras nicht im aufgegebenen Gepäck unterbringen dürfen.

[Update 21.03.2017, 13:50: Associated Press ergänzt die Informationen zum Bann von Kameras im Handgepäck von Flugpassagieren. Betroffen von dem erwähnten Verbot sind Direktflüge in die USA, die von den folgenden Flughäfen starten: Kairo in Ägypten, Amman in Jordanien, Kuwait City in Kuwait, Casablanca in Marokko; Doha in Qatar, Riad und Dschidda in Saudi Arabien, Istanbul in der Türkei und Abu Dhabi sowie Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Professor Jeffrey Price von der Metropolitan State University of Denver wird mit der Aussage zitiert, dass jetzt zu erwarten sei, dass der Diebstahl aus aufgegebenem Gepäck nun ebenso drastisch zunehmen werde wie im Jahre 2006, als das Vereinigte Königreich die Umsetzung einer vergleichbaren Maßnahme versucht hatte.

Da nur die Flüge arabischer Airlines von dem Bann betroffen sind, haben Berufsfotografen und Vertreter der Presse, die ihre Kameraausrüstung auf eine Reise in die USA mitnehmen wollen, die Möglichkeit eine US-amerikanische Airline auszuwählen.]

[Update 22.03.2017, 16:25: Inzwischen hat sich Großbritannien dem US-amerikanischen Verbot angeschlossen, jedoch eine teilweise abweichende Auswahl bei den Abflugländern getroffen: Neben der Türkei, Jordanien und Saudi Arabien betrifft das britische Verbot auch Tunesien und Ägypten. Die Briten treffen zudem nicht nur die Fluggesellschaften dieser Länder, sondern auch British Airways und Thomas Cook. Sie haben auch genauer spezifiziert, wie groß ein Smartphone aus ihrer Sicht sein darf: 16,0 x 9,3 x 1,5 Zentimeter (Länge x Breite x Tiefe). Nach vorliegenden Informationen verzichtet das Vereinigte Königreich auf den Bann von Kameras, weil diese keine Gefahr darstellen würden. (Christoph Jehle) / (keh)