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Erdbeben von Kumamoto behindert Produktion von Digitalkameras

Nach dem Beben in der Region Kumamoto am 14. April und den über 850 Nachbeben wurde die Produktion von Halbleitern in mehreren Werken der als "Silicon Island" bezeichneten Region unterbrochen, so auch die Fertigung von Bildsensoren bei Sony.

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Sony

(Bild: dpa, Kimimasa Mayama)

Die Erdbebenserie, die seit dem 14. April 2016 mit über 850 Nachbeben die Region Kumamoto erschütterte, kostete nicht nur 50 Menschen das Leben und zerstörte viele Häuser. Auch die in der Region angesiedelten Firmen haben mit den Folgen zu kämpfen: So haben die Erdbeben die Sensor-Produktion bei Sony unterbrochen. Die CMOS-Sensoren-Produktion im 2001 errichteten Kumamoto Technology Center der Sony Semiconductor Manufacturing Corporation in Kikuchi Gun in der Präfektur Kumamoto ruht seit diesem Zeitpunkt. Da es immer noch Nachbeben gibt, ist derzeit noch unklar, welche Schäden zu verzeichnen sind und wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann.

Die Produktion an den anderen japanischen Halbleiter-Produktionsstandorten von Sony war nur kurzfristig unterbrochen und läuft seit dem 17. April wieder. Dies gilt für das Nagasaki Technology Center, wo die Bildsensoren für Smartphones hergestellt werden und das Oita Technology Center, das kürzlich von Toshiba übernommen wurde. Auch im Kagoshima Technology Center wurde die Produktion ohne größere Einschränkungen fortgeführt.

Nach dem Hochwasser in Thailand im Jahre 2011 hatte Sony das Sensor-Packaging der Sony Semiconductor (Thailand) Co., Ltd aus dem Werk in Pathumthani/Bangkok nach Japan zurück verlagert und alle Fertigungsstufen der Sensorproduktion wieder in Japan konzentriert. Sony ist mit einem Marktanteil von 40 Prozent heute der wichtigste Anbieter von CMOS-Bildsensoren.

Die Schäden durch die aktuellen Beben in Japan beeinträchtigen nicht nur die Fertigung bei Sony, sondern auch bei anderen Herstellern. So wurde bei Fujifilm die Fertigung von Filmmaterialien unterbrochen, die für die Produktion von LCD-Monitoren benötigt werden. Und Nikon hat inzwischen darauf hingewiesen, dass Zulieferer in den Bereichen Kameras mit Wechselobjektiven, den Wechselobjektiven selbst und bei den kompakten Digitalkameras vom Erdbeben in der Prefektur Kumamoto betroffen sind. (Christoph Jehle) / (keh)