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Facettenaugen-Objektive für Smartphones und Drohnen

Forschergruppen wollen flache und sehr leichte Objektive entwickeln, die wie ein Insektenauge aufgebaut sind und sich in Smartphone-Kameramodulen oder in Drohnen nutzen lassen.

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Facettenaugen-Objektiv

(Bild: Fraunhofer IOF Jena)

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben nach dem Vorbild des Auges einer Fruchtfliege eine kompakte Kamera mit einem flexiblen streifenförmigen Linsen-Array entwickelt, das sich in Überwachungs-Drohnen einsetzen lässt. Ziel sei es festzustellen, ob sich im Beobachtungsfeld etwas bewegt und wenn ja, in welche Richtung es sich bewegt. Hochauflösende Bilder kann diese Kamera offensichtlich nicht liefern, jedoch soll sie sowohl bei guten Lichtverhältnissen als auch bei schlechten eingesetzt werden können.

Fraunhofer IOF Jena

Mit ihrem Multilinsen-Sensor sind die Forscher aus der Schweiz nicht die Einzigen, die sich bei ihren Entwicklungen an den Facettenaugen von Insekten orientieren. Auch am Fraunhofer IOF-Institut in Jena wird seit 2013 im BMBF-Forschungsprojekt SITARA an mikrooptischen Systemen gearbeitet, die möglichst klein, lichtstark und auch noch kostengünstig zu produzieren sein sollen.

In dem derzeit noch laufenden Projekt sollen Demonstratoren einer High-Dynamic-Range-Kamera für die industrielle Bildverarbeitung, eine Überwachungsvideokamera zum Einsatz in Fahrzeugen des Öffentlichen Nahverkehrs sowie eine Automotive-Kamera entwickelt werden. Da sich in dem Konsortium auch der Jenaer Ableger des Auftragsferiger Jabil befindet, ist damit zu rechnen, dass sich die Projektergebnisse bald auch in Consumer-Produkten wie Smartphones oder Videotelefonen wiederfinden. (Christoph Jehle) / (keh)