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FlatCam – eine Kamera ohne Objektiv

Kamera-Module sollen immer flacher werden, damit sie auch in dünne Smartphones passen. Die an der texanischen Rice University entwickelte FlatCam verzichtet sogar auf eine Optik.

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FlatCam - eine Kamera ohne Objektiv

Unter dem Titel "No lens? No problem for FlatCam" hat ein Entwicklerteam der Rice University im texanischen Houston den Prototypen einer Kamera vorgestellt, die durch den Verzicht auf eine vor dem Sensor angeordnete Optik flacher werden konnte, als die bislang möglich schien.

Kameras ohne Objektiv sind keine wirklich neue Entwicklung, sondern unter dem Namen Lochkamera schon seit den Anfängen der Fotografie bekannt. Bei der FlatCam kommt aber nicht nur ein einzelnes Loch zum Einsatz, sondern eine ganze Matrix von Löchern, die vor dem Sensor angeordnet ist. Die so gewonnenen Rohdaten werden dann über einen Rechner ausgewertet und können ähnlich wie die Daten einer Lichtfeldkamera aufbereitet werden. Derzeit wird für die Bilddatenverarbeitung noch ein PC genutzt. Mit den immer leistungsfähigeren Prozessoren in Smartphones könnte die Bildverarbeitung in Zukunft auch in diesen Smartphones realisiert werden, die dann noch dünner werden könnten, als dies mit derzeitigen Kameramodulen möglich ist.

Doch das Prinzip hat auch Nachteile: Ersetzt man in Smartphones der Zukunft die Optik durch Rechenleistung, lässt sich zwar die Dicke der Geräte reduzieren, erkauft diesen Vorteil jedoch mit einen erhöhten Rechenaufwand und damit einem steigenden Energiebedarf. Um diesen zu decken, benötigt man wiederum Batterien mit einer höheren Energiedichte, will man den Volumenvorteil nicht durch eine dickere Batterie wieder verlieren. (Christoph Jehle) / (keh)