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Fotograf wirft Universal Music Urheberrechtsverletzung vor - Prozess

Der deutsche Fotograf Philipp Paulus klagt gegen das Musiklabel Universal Music, weil es in einem Video eine Szene verwendet haben soll, die ursprünglich von ihm stammen soll.

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Inspiration oder einfach nur abgekupfert? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit Dienstag das Stuttgarter Landgericht. Gegenstand der Verhandlung ist ein Plagiatsvorwurf des deutschen Fotografen Philipp Paulus gegen das Musiklabel Universal Music. Aus Sicht des 22-Jährigen hat das Unternehmen Urheberrecht verletzt, weil es in einem Musikvideo der Popsängerin Rihanna eine Szene verwendet habe, die ursprünglich von Paulus stamme.

Die besagte Sequenz zeigt Rihanna hinter Klarsichtfolie an die Wand gepresst mit grünblauem Licht im Hintergrund. Der mittlerweile in New York lebende Paulus fotografierte eine Freundin in ähnlicher Pose. Daher fordert er nun 250 000 Euro von Universal Music. Eine Entschädigung in Höhe von 5000 Euro hatte er vor der Gerichtsverhandlung abgelehnt. Das Label argumentiert, das Foto habe lediglich als Inspiration gedient.

Paulus selbst war bei der Verhandlung nicht anwesend. Sein Rechtsanwalt Philip Jakober sagte laut dpa: "Mein Mandant war nach dem Erscheinen des Musikvideos in einem Schockzustand."

Dass Paulus in Stuttgart klagt, ist eher Zufall. Urheberrechtsklagen können dort eingereicht werden, wo Schaden entsteht. In diesem Fall war das Stuttgart, wo Jakober das Musikvideo erstmals heruntergeladen hatte. Das Verfahren wird als Pilotprozess angesehen, da der Rechtsanwalt weitere Klagen in Frankreich, Großbritannien, Japan und den USA angekündigt hat. Ein Urteil wird für den 3. Juni erwartet. (dpa) / (keh)