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Fotoindustrie hofft auf Druckprodukte

Beim Photokina-Kongress in Köln diskutierte die Fotobranche über ihre Zukunft. Ein Hoffnungsträger: Die vielen Milliarden noch nicht ausgedruckten Fotos.

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Fotoindustrie hofft auf Druckprodukte

Die Fotoindustrie befindet weiter sich im Wandel, in Köln trafen sich diese Woche auf dem Photokina-Kongress Branchenexperten, Industrievertreter, Fachhändler und Dienstleister, um neue Wachstumschancen auszuloten. Scheinbar paradox: Es wird noch nie soviel fotografiert wie heute, doch viele Firmen der Fotoindustrie machen sich Sorgen um ihre Zukunft.

Der CEO von Canon, Fujio Mitarai, prognostizierte beispielsweise vor Kurzem in einem Interview mit dem japanischen Wirtschaftsmagazin Nikkei ein deutlich schrumpfendes Geschäft mit Digitalkameras. Wie stark der Rückgang ausfallen wird, ist in der Branche umstritten. Auf dem Kongress in Köln charakterisiert Professor Rudolf Aunkofer von der Hochschule für angewandtes Management (Ismaning) die Situation folgend: "Die Märkte sind gesättigt, besonders in der Imaging-Branche. Die Zeiten der traumhaften Wachstumsraten sind vorbei. Der Smartphone-Industrie wird es genauso gehen."

photokina Kongress für Imaging-Innovationen in Köln.

(Bild: Sebastian Arackal)

Einer der Lösungsansätze, mit dem die Unternehmen ihre Umsätze stabil halten könnten, ist es, die Produkte teurer zu machen. Apple setzt beispielsweise darauf, will die Strategie aber in Ländern mit rückläufigen Ergebnissen überdenken. Neben der mangelnden Kauflust der Konsumenten steigt der Konkurrenzdruck im Fotobereich: Selbst lukrative Nischen wie spiegellose Vollformatkameras sind inzwischen hart umkämpft.

Ein Hoffnungsschimmer sind die vielen Milliarden Fotos, die auf diversen Datenträgern oder in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram schlummern und bisher noch nicht ausgedruckt oder zu sonstigen Fotoprodukten weiterverarbeitet wurden.

Dem Konsumenten soll es möglichst einfach gemacht werden, seine digitalen Daten auf Leinwänden, Fotobüchern, Tassen, etc. zu verewigen. Der Oldenburger Fotodienstleister Cewe setzt zum Beispiel auf Technologien wie Gesichts- und Objekterkennung, um die Bildauswahl zu erleichtern und zu beschleunigen.

"Schick mir Deine Bilder", Chatbot Zoé führt duch den Bestellprozess bei WhatsApp.

(Bild: allcop)

Von kleineren Unternehmen kommen diverse Innovationen: Allcop sorgt zum Beispiel dafür, dass Kunden der Drogeriekette dm direkt über WhatsApp eine Postercollage aus ihren eigenen Smartphone-Bildern im Format 70x100 Zentimeter bestellen können. Die Allgäuer wollen die Hürden für den Kunden möglichst niedrig halten, sie erledigen auch die Gestaltung des Posters. PastBook will die riesigen Bildermengen bei Facebook & Co monetarisieren. Das Amsterdamer Start-Up produziert aus Bildern, die in sozialen Netzwerken lagern, gedruckte Fotobücher.

(sea)