Hamburger Abendblatt verzichtet auf Bartoli-Foto

Statt eines Fotos ein großer weißer Fleck: Das Hamburger Abendblatt hat auf ein Bild der Sängerin Cecilia Bartoli verzichtet und in der Zeitung stattdessen einen weißen Kasten präsentiert. Der Grund: Zu strikte Vorgaben.

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  • dpa

Statt eines Fotos ein großer weißer Fleck: Das Hamburger Abendblatt hat bei einer Konzert-Berichterstattung auf ein Bild der Sängerin Cecilia Bartoli verzichtet und am Donnerstag in der Zeitung stattdessen einen vierspaltigen weißen Kasten präsentiert-

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Darin stand: "An dieser Stelle hätten wir gern ein Konzertfoto der Sängerin gezeigt. Doch das Schweizer Management stellte unannehmbare Bedingungen: Fotos in der Pause zur Auswahl vorlegen, die nicht genehmen löschen? Darauf haben wir uns nicht eingelassen." Umrahmt wurde der Fleck vom Konzertbericht. Die 47-Jährige hatte am Vorabend in Hamburg Stücke des frühbarocken italienischen Musikers Agostino Steffani präsentiert.

"Wir können solche Auswahl-Vorgaben nicht hinnehmen. Ich hoffe, dass alle anderen, die versuchen, Journalismus so zu beeinflussen, darüber einmal nachdenken", sagte der Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, Lars Haider, der Nachrichtenagentur dpa.

Der Sprecher der Konzertdirektion Rudolf Goette in Hamburg, die den Auftritt Bartolis in der Hansestadt betreute, hielt die Reaktion der Zeitung für "völlig übertrieben". Es sei seit langer Zeit bekannt, dass Bartoli sich Bilder von ihr vorlegen lasse. "Solche Regelungen sind fast Usus im Musikbereich", sagte Unternehmenssprecher Pawel Sprawka. Künstler wollten im besten Licht erscheinen und vermeiden, dass nicht-ästhetische Bilder entstehen, erläuterte er dieses Vorgehen. (keh)