HardlinkBackup: Kleiner Versionssprung, große Verbesserung

HardlinkBackup ist ein kleines aber mächtiges Programm zur Datensicherung. In den letzten zwei Monaten gab es eine Reihe von Updates mit Funktionserweiterungen, wir stellen die wichtigsten Verbesserungen vor.

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Von
  • Sascha Steinhoff

HardlinkBackup ist ein kleines aber durchaus leistungsfähiges Programm zur Datensicherung auf Windows-Rechnern. Wir hatten es schon vor knapp drei Jahren für die Sicherung von Bildarchiven empfohlen, mit den jüngsten Updates eignet es sich noch besser diese Aufgabe. Sowohl mit dem Versionssprung auf die Version 2.2.0 vor knapp zwei Monaten als auch dem aktuellen Update auf Version 2.2.4 hat der Entwickler einige Features nachgerüstet, welche den Einsatzbereich der Anwendung vergrößern. Trotz der eher kleinen Versionssprünge ist die Funktionserweiterung beträchtlich. Sie können die jeweils neueste Version über heise Download beziehen. Im folgenden eine Übersicht der neuen Features:

Das Programm setzt zur Datensicherung auf Hardlinks. Nur beim initialen Backup wird eine Datei auf das Sicherungsmedium kopiert. Bei Folgebackups wird die Datei nur noch verlinkt. Erst wenn die Datei verändert wurde, wird sie erneut kopiert. Das spart gegenüber konventionellen dateibasierten Sicherungsmethoden Speicherplatz, allerdings gibt es auch Konstellationen, wo ein einfacher Hardlink keine Vorteile bringt. Das sind beispielsweise große Datenbankdateien oder Mailpostfächer die in einer Datei abgelegt werden. Hier gibt es praktisch bei jedem Zugriff Veränderungen, bisher mußte HardlinkBackup dann die Datei jeweils komplett kopieren. Seit der Version 2.2.0 ist auch ein inkrementelles Backup dieser großen Dateien möglich, weil nicht mehr datei- sondern blockbasiert verlinkt wird. Das erhöht die Sicherungsgeschwindigkeit und spart Platz auf dem Sicherungsmedium.

Notebooks werden in aller Regel über das Netzwerk gesichert. Das kann bei Netzwerken geringer Bandbreite wie beispielsweise WLAN oder Mobilfunk zu Problemen führen. Verbindungsabbrüche, welche die Sicherung kompromittieren können, sind im Netzwerkbetrieb ebenfalls wahrscheinlicher als bei einem festen Arbeitsplatz. Mit der neuen Version kann HardlinkBackup bestimmten Netzwerkverbindungen von der Sicherung ausnehmen. Außerdem überwacht das Programm fortlaufend die Verfügbarkeit von Netzwerkverbindungen, um diesbezügliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Schon in der Grundkonfiguration liest HardlinkBackup die Dateiliste der Quellverzeichnisse vor jedem Sicherungslauf ein und gleicht sie mit den bestehenden Backupsätzen ab. Das reicht normalerweise aus, um die Datenintegrität zu gewährleisten. Falls aber - was zugegebenermaßen eher selten auftreten sollte - die Dateien auf dem Backupmedium durch den Benutzer oder modifiziert wurden oder ein Hardwaredefekt vorliegt, reicht diese Standardüberprüfung nicht aus. Für diesen Fall kann man nun das Backup auf Wunsch mit einer detaillierten Überprüfung der verlinkten Dateien starten. Das erhöht die Sicherheit, ist der Geschwindigkeit der Sicherung aber abträglich.

HardlinkBackup erkennt geänderte Dateien an ihrer geänderten Dateigröße und an ihrem Änderungsdatum. Es gibt Programme, die Änderungsdatum und Dateigröße absichtlich unverändert lassen, auch wenn das sehr selten vorkommt. Auch in diesen Fällen kann HardlinkBackup nun per Checksumme eine Dateiänderung sicher feststellen, indem es optional die Checksummen der Datei berechnet. Weil dieser Vorgang sehr ressourcenintensiv ist, kann man die davon betroffenen Dateien gezielt für diese Überprüfung auswählen.

Daneben gibt es eine Reihe weitere Funktionen wie die Erstellung eines Links zum letzten erfolgreichen Backup, die direkte Spiegelung von Ordnern und Laufwerken, die erstmals mögliche Verwendung von Umgebungsvariablen und eine überarbeitete Benutzeroberfläche.

Nicht nur für Fotografen ist die Erkennung von Bilddubletten und verschobenen Dateien sehr nützlich. Beides wird erst seit der Version 2.2.4 unterstützt. In früheren Versionen hat HardlinkBackup verschobene Dateien komplett neu gesichert. Inzwischen versucht es diese Dateibewegungen zu erkennen und die Dateien entsprechend zu verlinken, was Speicherplatz spart. Den gleichen Effekt hat die Duplikaterkennung. Wenn eine identische Datei mehrfach in den Quellverzeichnissen vorliegt, kopiert HardlinkBackup sie nur einmal und verlinkt die übrigen Fundorte. Der Fall tritt beispielsweise bei der Bildbearbeitung recht häufig auf. Dort liegt die Datei nicht nur im Archiv, sondern zusätzlich noch in einem oder mehreren Arbeitsverzeichnissen. (sts)