Menü
c't Fotografie

Hasselblad-Kamera H5D-200c: 200 Megapixel Mittelformat

Die neue Mittelformatkamera von Hasselblad erzeugt Bilder mit 200 Megapixeln, obwohl der CMOS-Chip tatsächlich nur 50 Megapixel auflöst. Dahinter steckt eine Hasselblad Eigenentwicklung. Mit knapp 40.000 Euro ist der Spaß allerdings nicht ganz billig.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 167 Beiträge

Über Instagram hat Hasselblad seine neue Mittelformatkamera H5D-200c MS angekündigt. Das gute Stück soll dank proprietärer Multi-Shot-Technologie 200 Megapixel große Bilder erzeugen. Die Multi-Shot-Technologie gibt es schon länger, bei der H5D-200c MS wird sie allerdings erstmals bei einem CMOS-Sensor eingesetzt. Frühere Implementationen setzten allesamt noch auf CCD-Sensoren.

Technisch basiert die neue H5D-200c auf der H5D-50c, der Sensor ist identisch. Allerdings kann die H5D-200c MS im Multi-Shot-Modus bis zu vier Bilder von einem Motiv aufnehmen. Dadurch, dass die Einzelaufnahmen mit je 50 Megapixeln jeweils leicht versetzt sind, ergibt sich dann in der Summe ein kombiniertes 200-Megapixel-Gesamtbild. Hasselblad verbaut hierfür den Sensor in einem speziellen Rahmen, piezo-elektrische Stellmotoren bewegen ihn dann zwischen den Aufnahmen.

Hasselblad H5D-200c: Mittelformatkamera mit CMOS-Sensor und Multi-Shot (6 Bilder)

Hasselblad H5D-200c Frontalansicht

Optisch unterscheidet sich die H5D-200c nicht von der H5D-50c. Funktional gibt es aber schon Unterschiede, nur die H5D-200c kann den Sensor für Multi-Shot Aufnahmen verschieben.
(Bild: Hasselblad)

Multi-Shot soll außerdem Moiré eliminieren und die Farbwiedergabe verbessern. Für ein 200-Megapixel-Bild braucht man entweder vier oder sechs Einzelaufnahmen. Einen Vergleich der verschiedenen Modi (Normalmodus, 4-fach Multi-Shot, 6-fach Multishot) gibt es in der Bilderstrecke. Schon ein vierfach Multi-Shot-Bild gewinnt gegenüber einer konventionellen Einzelaufnahme sichtbar. Der Bildversatz zwischen den Einzelaufnahmen beträgt hier gerade einmal ein halbes Pixel. Das Maximum an Bildqualität erreicht man dann mit einer 6-fachen Multi-Shot-Aufnahme. Dabei veträgt der Bildversatz zwischen den Aufnahmen ein Pixel.

Die Multi-Shot-Bilder gibt die Kamera im 8-Bit-TIFF-Format aus. Eine einzelne Datei ist rund 600 MByte groß. Multi-Shot funktioniert prinzipbedingt nur bei Aufnahmen vom Stativ und mit unbeweglichen Fotomotiven. Zwischen den Einzelaufnahmen dürfen sich weder Kamera noch Motiv bewegen. Sie eignet sich daher vor allem für Stilleben und Studioaufnahmen.

Das Multi-Shot-Verfahren von Hasselblad (5 Bilder)

Sensorversatz bei Multi-Shot

Beim Multi-Shot-Verfahren wird der Sensor zwischen den einzelnen Aufnahmen motorisch verschoben.
(Bild: Hasselblad)

Da es bisher noch keine Pressemeldung für die neue Kamera gibt, ist unklar, wie sich Hasselblad die Preisgestaltung für die H5D-200c vorstellt. Immerhin gibt es schon eine Produktinformation auf der Hasselblad-Webseite. Das PDF mit dem technischen Daten der H5D-200C ist ebenfalls schon online. Im Onlineshop von Calumet wird der Body mit Rückteil derzeit für rund 39.000 Euro angeboten. (Sascha Steinhoff) / (sts)