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Kameramarkt: Abwärtstrend trifft auch Systemkameras

Die CIPA, der Branchenverband der japanischen Kamerahersteller, hat seine Marktzahlen für das Jahr 2013 veröffentlicht. Und die zeigen deutlich: Der Abwärtstrend setzt sich weiter fort auch bei den Kameras mit Wechseloptik.

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Zwischen Januar und Dezember 2013 haben die japanischen Hersteller etwa 63 Millionen Kameras ausgeliefert. Das entspricht einem Minus von etwas weniger als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem Panasonic, Nikon, Canon, Sony und Co. noch etwa 100 Millionen Kameras in die Welt schickten. Auch die Wertentwicklung ist rückläufig. Etwa 20 Prozent weniger als im Vorjahr erwirtschafteten die Hersteller 2013. Veröffentlicht hat diese Zahlen der Interessenverband der japanischen Fotoindustrie CIPA.

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Besonders stark betroffen sind die Kompakten mit fest verbautem Objektiv. Noch etwa 46 Millionen dieser Geräte wurden ausgeliefert, im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 78 Millionen. Aber auch die bisherigen Zugpferde des Marktes, die Systemkameras, schwächeln. Etwa 17 Millionen dieser Geräte wurden im vergangenen Jahr ausgeliefert – 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach wie vor homöopathisch ist daran der Anteil an spiegellosen Systemkameras mit etwa 3 Millionen.

Nach Europa schickten die Japaner 2013 etwa 5 Millionen Kameras mit Wechseloptik, 2012 waren es noch 7 Millionen. Ein Rückgang um mehr als 20 Prozent. Bei nur etwa 700.000 dieser Geräte handelte es sich übrigens um spiegellose Systemkameras. Ebenfalls ein Rückgang von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dramatisch klingen diese Zahlen beim ersten Lesen. Doch angesichts der Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre war ein Abklingen des rasanten Wachstums wohl vorhersehbar. 2003 beispielsweise lieferten die japanischen Kamerahersteller etwa 43 Millionen Kameras aus, weniger als eine Million davon waren Spiegelreflexkameras.

Die Digitaltechnik hat Fotografie zum Massenphänomen gemacht, das sich fast jeder leisten kann. Nun scheint sich der Markt wieder auf einem normalen Level einzupegeln. Auch, weil Smartphones und Tablets zunehmend die Kamerafunktionen für all die übernehmen, für die nicht unbedingt Bild-, sondern eher Schnappschussqualitäten entscheidend sind. Fotografie gerät darüber wieder mehr zur bewussten Entscheidung, zum echten Hobby.

Spiegellose Systemkameras im Überblick (35 Bilder)

Sony A7R II

Die A7R II ist die zweite Generation der Sony A7R. Sie löst sie allerdings nicht ab. Beide Modelle bleiben am Markt. Tatsächlich legt der Hersteller noch einmal bei den Megapixeln nach: von 36 geht es hoch auf 42. Damit gibt Sony die erste Antwort auf Canons 50 Megapixel in der Profi-Spiegelreflexkamera 5DS. Zusätzlich führt Sony nun auch erstmals bei den Vollformat-CMOS-Sensoren die rückseitige Verdrahtung ein, was für rauschärmere Bilder bei hoher ISO-Empfindlichkeit und einen verbesserten Dynamikumfang sorgen dürfte. (Bild: Sony)

Das merkt man auch an den Produktlinien der Kamerahersteller an. Gerade Kompaktkamera-Serien werden verschlankt, größere Sensoren sowie licht- und zoomstarke Objektive mehr in den Vordergrund gerückt. Bei den Kameras mit Wechseloptik lassen die Hersteller zudem zunehmend Profitechnik auf den ambitionierten Hobbyfotografen los. Mit Sony A7, Canon EOS 6D und Nikon D610 locken derzeit drei Vollformatkameras am Markt mit relativ geringen Einstiegspreisen von weniger als 2000 Euro mit Objektiv. (ssi)