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Kameramarkt-Check: So verändern Nachfolgemodelle das Preisniveau

Um 100 Prozent!? Warum nicht. Manch ein Hersteller nutzt neue Gerätegenerationen für ordentliche Preissteigerungen.

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(Bild: Sony)

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Das Kamerajahr 2019 nimmt im Herbst wieder an Fahrt auf. Sony hat ein neues spiegelloses Spitzenmodell vorgelegt, Canon hat seine beliebten DSLR-Serien überarbeitet und die Gerüchteblogs überschlagen sich mit Meldungen zu Kameras, die in diesem Jahr noch kommen könnten: Leica SL2, weitere Nikon-Spiegellose, eine neue OM-D E-M5 von Olympus, eine X-Pro3 von Fujifilm und so weiter.

Wir haben uns die Frage gestellt, was neue Modelle eigentlich mit den Preisen innerhalb einer Familie machen. Dazu haben wir uns exemplarisch ein paar Serien mithilfe des heise Preisvergleichs angeschaut und auch gleich ein extremes Beispiel gefunden.

Sony operiert mit sehr kurzen Produktzyklen und da fallen Preissteigerungen natürlich direkt auf. Außerdem hat der Hersteller wieder etliche seiner Produkte überarbeitet.

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Sony Cyber-shot DSC-RX100 VII

Sony RX100 VII

Sony Cyber-shot DSC-RX100 VI

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Sony Alpha 6100

Sony A6100

 Sony Alpha 7R IV

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Sony Alpha 7R III

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Die RX100-Serie ist vor einigen Wochen in der siebten Auflage erschienen. Die unverbindlichen Preisempfehlungen kennen seit der ersten Generation der Typ-1-Zoll-Kompaktkamera nur einen Weg: aufwärts. Die RX100 schickte Sony 2012 noch zu einem Preis von 650 Euro in die Ladenregale. Damit bewegte sich die Kompaktkamera auf dem Niveau der spiegellosen Systemkamera Nex-F3, die damals den Einstieg in Sonys E-Mount-System darstellte.

Die RX100 VII kündigte sich dann Ende Juli für 1299 Euro an. Eine Steigerung von 100 Prozent. Damit hat sie preislich auch unlängst das aktuelle E-Mount-Einsteigermodell A6100 abgehängt, das für unter 1000 Euro erhältlich ist.

Ihr Erscheinen am Markt ließ außerdem den Preis der RX100 VI plötzlich um etwa 100 Euro auf unter 1000 Euro fallen. Die anderen Modelle verharrten dagegen auf dem bis dahin erreichten Niveau. Zufall oder nicht: Die Preisabstände zwischen den Generationen, die sich alle noch am Markt befinden, sind sehr regelmäßig und haben sich zwischen 100 und 200 Euro eingepegelt.

➤ Mehr zum Thema: Sony RX100 VII im Test: Besser als die Vorgänger?

Etwas turbulenter ist die Preisentwicklung bei Sonys spiegellosen Vollformatkameras der A7R-Serie. Hier schickt jedes neue Modell seinen Vorgänger auf Talfahrt. Mit Eintritt der A7R III Ende 2017 ging es für die zweite Generation stetig und rapide bergab, sodass sie mittlerweile für unter 1700 Euro zu haben ist. Die Preise der A7R III bewegen sich stärker im Zickzack und stiegen kurz vor dem Markteintritt der vierten Generation sogar kurzzeitig. Doch mittlerweile haben auch sie neue Tiefstwerte erreicht.

Auffällig auch hier: Die unverbindlichen Preisempfehlungen stiegen von Generation zu Generation: Die Sony A7R ging 2013 mit 2100 Euro an den Markt, die zweite und dritte Generation mit 3500 Euro und die neue A7R IV hebt den Startpreis 2019 auf knapp 4000 Euro. Auch hier liegt die Preissteigerung also bei fast 100 Prozent.

Doch ist Sony mit dieser extremen Preissteigerung innerhalb eine Kamerafamilie eine Ausnahme? Jein.

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Canon EOS 5D Mark IV

Canon EOS 5D Mark IV

 Canon EOS 250D

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Canon EOS 200D

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Canons Vollformat-Spiegelreflexkamera EOS 5D startete im Oktober 2005 mit einer Preisempfehlung von 3400 Euro in den Markt. Die EOS 5D Mark IV, die nach Sony-Produktpolitik mindestens schon eine Mark IX sein müsste, sollte Ende September 2016 für 4065 Euro verkauft werden. Interessant: Für die EOS 5D Mark III wollte Canon zwischenzeitlich nur 3300 Euro haben.

Bei seinen Einsteiger-DSLR ist Canon noch moderater. Während die EOS 200D in unserem Preisvergleicher mit knapp 600 Euro startete, liegt die EOS 250D mit 550 Euro sogar noch darunter. Ihr Markteintritt hatte dabei keine gravierenden Auswirkungen auf die Vorgängerin. Beide Modelle gibt es etwa zum gleichen Preis von um die 450 beziehungsweise 480 Euro.

Auch Fujifilm zeigt jüngst, dass die Preise mit neuen Gerätegenerationen nicht steigen müssen. Die X-A-Serie startete mit 650 Euro in den Preisvergleich, die Nachfolgeneration mit 600 Euro und mit der jüngsten X-A7 springt der UVP auf 750 Euro.

Den verschiedenen Preismodellen liegen unterschiedliche Produktstrategien zugrunde. Während Sony in der Regel viele Gerätegenerationen parallel am Markt hält, lösen neue Produkte anderer Hersteller die Vorgänger oft gänzlich ab. Die hier erwähnten Beispiele sind lediglich exemplarisch zu betrachten. Wie sich die Preise innerhalb ihres Kamerasystems entwickelt haben, können Sie relativ einfach mithilfe eines Preisvergleichsportals Selbst ermitteln. (ssi)