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Kickstarter: Film-Entwicklung für die Hosentasche 10 Kommentare

Kickstarter-Projekt: ″Lab-Box″ Tageslicht-Entwicklungstank für KB- und Rollfilm

(Bild: Ars Imago)

Ars-Imago hat mit der Lab-Box ein System konzipiert, welches die Entwicklung von Filmen der Formate 135 und 120 ohne klassische Dunkelkammer ermöglicht. Das funktioniert bei Bedarf direkt nach der Aufnahme vor Ort bei Tageslicht.

Der Zürcher Analog-Spezialist Ars-Imago [1] hat eine neue Tageslichtentwicklungsdose für Filme vorgestellt. Mit der Lab-Box können sowohl Kleinbildfilme im Format 135 als auch Rollfilme im Format 120 entwickelt werden. Zur Finanzierung der Serienfertigung hat Alessandro Franchini, Inhaber und Geschäftsführer von Ars-Imago, ein Kickstarter-Projekt initiiert [2], das noch bis zum 28. März 2017 läuft.

Das Finanzierungsziel von 70.000 Euro wurde 20 Tage vor Ablauf schon um 430.000 Euro überschritten. Damit ist die Finanzierung gesichert und gleichzeitig aufgezeigt, dass die Nachfrage nach einer analogen Filmentwicklungsdose vorhanden ist. Für das Projekt gibt es mehrere sogenannte Stretch-Goals für zusätzliche Entwicklungsschritte. Kommen etwa zum aktuellen Finanzierungsstand noch weitere 50.000 Euro hinzu, wird das System um ein Filmwässerungs-Modul erweitert.

Mit der Lab-Box lassen sich Filme auch ohne Dunkelkammer entwickeln.

Die Lab-Box wurde vom VIVO Design Studio in Rom entwickelt und wird auch in Italien produziert. Sie besteht aus drei Gehäusemodulen. Das Grundmodul ist der Entwicklungstank. Dazu gibt es alternativ zwei Film-Module, eines für Kleinbildfilme und ein zweites für Rollfilme. Das KB-Modul hat eine integrierte Schneidevorrichtung. Damit wird der Film nach dem Einspulen von der Filmpatrone getrennt. Im Rollfilm-Modul wird das Schutzpapier im lichtgeschützten Teil abgetrennt und der Film dann im Tank aufgespult.

Die 700 Gramm schwere Dose ist in erster Linie für die Entwicklung von Schwarzweiß-Filmen ausgelegt. Da sie aus wärmebeständigem ABS-Kunststoff und rostfreiem Stahl gefertigt wird, kann sie auch temperiert und somit für Farbprozesse genutzt werden. Für Kipp-Entwicklungen ist die Lab-Box aufgrund ihrer Konstruktion nicht geeignet.

Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Lab-Box bis September 2017 ausgeliefert werden. Der Preis des Filmtanks mit einem Modul soll dann rund 100 Euro betragen. (Christoph Jehle) / (msi [3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3647435

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Zuerich-Ars-Imago-folgt-Foto-Ernst-3518609.html
[2] https://www.kickstarter.com/projects/2017788873/lab-box-the-first-multi-format-daylight-loading-fi
[3] mailto:msi@heise.de