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Lichtfeld-Kamera soll bald marktreif sein

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Eine Kamera mit synthetischer Apertur will das amerikanische Startup-Unternehmen Lytro auf den Markt bringen. Deren neuartiger Lichtfeld-Bildsensor, bei dem jedes einzelne Pixel nicht nur die Lichtintensität, sondern auch die Lichtrichtung detektiert, soll es ermöglichen, den Fokuspunkt nachträglich auf ein beliebiges Bilddetail zu setzen. Es ist anzunehmen, dass der Sensor nach Art einer plenoptischen Kamera funktioniert; hierbei würde einem konventionellen (hochauflösenden) Sensor eine im Vergleich zur Pixelweite relativ grobmaschige Lochmaske mit definiertem Abstand vorgeschaltet. Je nachdem, aus welcher Richtung das Licht auf den Sensor eintrifft, werden unterschiedliche Pixel innerhalb jedes Raster-Lichtkegels beleuchtet.

Der Hersteller hat bereits einige Beispielbilder (Flash-Applikation) auf seiner Webseite sowie in einem Blog des Wall Street Journal veröffentlicht. Durch einen Klick auf ein Bilddetail wird die Fokus-Ebene dorthin gesetzt. Der Entwickler, Lytros CEO Ren Ng, hat das Prinzip schon vor acht Jahren in seiner Dissertation beschrieben, bislang war die in einer Kamera verfügbare Rechenleistung und Sensor-Integrationsdichte für eine kommerzielle Nutzung im Consumer-Bereich aber noch zu klein. Auf die Idee hat ihn angeblich die lebhafte fünfjährige Tochter eines Freundes gebracht, die den Autofokus seiner damaligen Kamera drastisch überforderte. Ren Ng verzichtet in seinem Konzept völlig auf einen Scharfstell-Mechanismus; was im Bild scharf sein soll, entscheidet später allein die Software beziehungsweise deren Nutzer.

Beim gezeigten Beispielbild wird die Fähigkeit der Kamera deutlich: Mit nur einer Aufnahme erfasst das Gerät praktisch sämtliche Schärfe-Ebenen. Megapixel-Rekorde bricht der Prototyp zwar noch nicht, ein äußerst interessanter Ansatz ist die Light-Field-Kamera aber allemal. (cm)