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Lightroom-Konkurrent: Phase One bringt Capture One 12

Capture One ist nun in Version 12 erhältlich. Phase One erweitert unter anderem die Maskierungswerkzeuge und öffnet die Software für andere Hersteller.

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Lightroom-Konkurrent: Phase One bringt Capture One 12

Capture One wurde ursprünglich zur Bildverwaltung und -bearbeitung für die Phase-One-Kameras entwickelt. Mittlerweile unterstützt die Software Kameras vieler weiterer Hersteller. Die Stärken von Capure One sind die guten Tethering-Funktionen und die hochwertigen Bildkorrekturen vor allem von Porträtaufnahmen. Eine Übersicht der Unterschiede zu Lightroom sowie andere Lightroom-Alternativen erhalten Sie im c't Fotografie-Artikel "Lightroom-Alternativen".

Phase One hat die Oberfläche von Capure One überarbeitet. Es soll arbeitsintensive Workflows, experimentelle Bildbearbeitung und die benutzerdefinierte Anpassung vereinfachen. So wurden die Icons und Werkzeugsymbole neu gestaltet. Verbesserte Schieberegler und der Abstand zwischen den einzelnen Werkzeugen sowie die veränderte Schriftgröße sollen die Benutzerfreundlichkeit erhöhen. Einsteigern soll so der Start mit dem Programm erleichtert werden. Erfahren Nutzer haben nun mehr Möglichkeiten, die Benutzeroberfläche individuell anzupassen.

Nahezu jede Aufgabe und Einstellung lässt sich einer Tastenkombination zuweisen, mehr als 500 individuelle und anpassbare Befehlen sind möglich. Anwender können nun nach dem gewünschten Menübefehl oder nach der zugewiesenen Tastenkombination suchen. Die Oberflächen für Mac- und Windows sind nun angeglichen. Außerdem erweitert Capture One 12 die Möglichkeiten, mit AppleScript den Workflow zu automatisieren.

Die Verlaufsmaske bietet nun mehr Möglichkeiten.

Maskierungen lassen sich nun aufgrund der Helligkeit von Pixeln erstellen.

Capture One 12 kommt mit drei neuen Maskierungsmöglichkeiten. Für die Luminanzmaske kann man nun Maskierungen basierend auf der Helligkeit von Pixeln erstellen. Das eignet sich besonders für Landschaftsaufnahmen und High-Key-Portraits, da sie eine schnelle Maskierung anhand der Helligkeitsinformationen einer Aufnahme ermöglicht. Nahezu jedes Bearbeitungswerkzeug lässt sich auf den Luminanzbereich anwenden. Erstellte Masken lassen sich jederzeit nachträglich anpassen und auf andere Bilder übertragen.

Das neue radiale Maskierungswerkzeug lässt sich auch nachträglich bearbeiten.

Capture One 12 wartet nun mit editierbaren, beweglichen, drehbaren und asymmetrischen Verlaufsmasken auf. Die neue parametrische Maskierungsengine ermöglicht eine schnelle Anpassung von Größe, Form und Symmetrie der Masken. Die Ausrichtung, Kanteneinstellungen und Einstelloptionen von Maskierungen sollen so präzise wie nie zuvor sein, so Phase One.

Schnelle und flexible Verlaufsmasken ermöglicht das neue radiale Maskierungswerkzeug. Nützlich ist das für Vignettierungen und andere Anpassungen mit einem gewünschten Helligkeitsabfall. Auch eine radiale Maske kann man nachträglich anpassen, drehen und verschieben.

Capture One lässt sich nun dank eines neuen Plug-In-Systems flexibler verwenden. Erweiterungen von Drittanbietern kann man so direkt nutzen. Mit dem neuen und kostenlosen Capture One SDK lassen sich individuelle, maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, um Capture One zu erweitern und optimal anzupassen. Anwender von Capture One können die Plattform mit Plug-Ins zur gemeinsamen Nutzung und Bearbeitung erweitern und Capture One mit einer Vielzahl von spezialisierten Bearbeitungstools verknüpfen.

Sechzehn Fujifilm-Filmsimulationen bietet Capture One 12. Sie reichen von Farbfilmen wie Provia und Velvia bis hin zu Schwarzweißfilmen wie Acros. Diese Simulationen geben Fujifilm-Anwendern die Möglichkeit, digitale Bilder mit einem analogen Look aufzunehmen. Die kamerainternen Einstellungen von Kameras der X- oder GFX-Serie werden dafür eins zu eins in Capture One reproduziert, um identische Ergebnisse zu garantieren.

Das Raw-Format von über 500 Kameras unterstützt Capture One 12 mittlerweile, eine Übersicht findet man unter www.phaseone.com/supported-cameras . Auch die Profile und Bildkorrektur für mehr als 500 Objektive hat Capture One in petto. Folgende Kameras werden mit Version 12 zusätzlich unterstützt:

  • Nikon Z7
  • Nikon Z6
  • Fujifilm GFX 50R
  • Canon EOS R
  • Canon EOS M50


➤ Mehr zum Thema: Nikon Z7 gegen Canon EOS R in c't Fotografie Ausgabe 6/2018

Capture One ist in verschiedenen Versionen erhältlich. So unterstützen Capture One Pro Sony 12 und Capture One Pro Fujifilm 12 nur die Dateien der jeweiligen Hersteller, beide Versionen sind für je 249 Euro erhältlich. Capture One Pro 12 gibt es als Kaufversion für 349 Euro oder als Abonnement. Eine unbefristete Lizenz für Capture One Pro 12 kostet 349 Euro. Ein Upgrade von einer vorherigen Version ist ab 159 Euro zu haben. Im Abonnement kostet Capture One Pro 12 19 Euro pro Monat. Capture One Pro Sony und Capture One Pro Fujifilm sind im Abo ab 16 Euro monatlich erhältlich. Eine Übersicht erhält man auf www.phaseone.com/store. Capture One 12 lässt sich zudem 30 Tage kostenlos testen.

(Markus Schelhorn) / (ssi)