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Marktzahlen: Japanische Kameraindustrie hat Kumamoto-Erdbeben überwunden

Cipa hat die aktuellen Absatzahlen der japanischen Kamerahersteller für das erste Halbjahr 2017 bekannt gegeben. Auch wenn die Bilanz positiver ausfällt als im Kumamoto-Erdbeben-Jahr 2016, konnten die Verkaufszahlen von 2015 nicht erreicht werden.

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(Bild: Pixabay/CC0 )

Die japanische Camera & Imaging Products Association (CIPA) hat ihre aktuellen Absatzzahlen für das erste Halbjahr 2017 bekannt gegeben. Im Vergleich zu den schwachen Zahlen im Mai und Juni 2016, die um die Jahresmitte auf etwa 50 Prozent der Vorjahreswerte eingebrochen waren, konnte der Absatz im ersten Halbjahr 2017 zwar wieder zulegen, die Zahlen bleiben jedoch noch immer deutlich unter jenen von 2015.

Der Digitalkameraabsatz lag im Juni 2017 mit rund 2,2 Millionen Geräten lediglich bei etwa zwei Dritteln des Vergleichsmonats im vorvergangenen Jahr (rund 3 Millionen). Der starke Absatzeinbruch in 2016 war im Zusammenhang mit den Lieferengpässen bei Sensoren infolge des Erdbebens in Kumamoto begründet worden. Diese Lieferengpässe scheint man inzwischen aufgeholt zu haben.

Bei Kameras mit Wechselobjektiven, die in 2016 weniger starke Rückgänge als der Gesamtmarkt erlitten hatten, fiel auch der Zuwachs in 2017 moderater aus. Dass die Kameras mit fest eingebauten Objektiven gegen Ende des zweiten Halbjahres prozentual deutlich zulegen konnten, basiert auf den extremen Absatzrückgängen nach Kumamoto, als teils gerade mal ein Drittel der Verkaufszahlen des jeweiligen Vorjahres-Vergleichsmonats erreicht werden konnten.

Der monatliche Gesamt-Umsatz bei Digitalkameras liegt inzwischen wieder in etwa auf gleicher Höhe wie im Januar 2015. Im ersten Halbjahr 2017 stagnierte er auf diesem Wert. Das offenbar jahreszeitlich bedingte Wachstum früherer Jahre ist bislang nicht zu erkennen. In der Summe ergeben die Zahlen für das erste Halbjahr 2017 rund 12,7 Millionen abgesetzte Geräte, 2015 waren es noch rund 17 Millionen, 2016 dagegen 11,4 Millionen. Noch vor wenigen Jahren lagen die Zahlen deutlich höher: Im ersten Halbjahr 2010 etwa wurden laut CIPA rund 55 Millionen Geräte abgesetzt. (Christoph Jehle) / (msi)