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Moderner Klassiker: Micro-FourThirds-Kamera GF1 von Panasonic

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Auch in Silber, Rot, Blau und Weiß: Panasonic Lumix GF1

(Bild: Panasonic)

Eine der kürzlich erschienenen Olympus PEN äußerlich ähnliche, aber keineswegs baugleiche Kamera hat Panasonic heute kurz vor Eröffnung der IFA vorgestellt: Die Lumix GF1 zeigt ein gegenüber der G1 und GH1 deutlich weitergehendes Konzept einer digitalen Wechselobjektiv-Systemkamera im MicroFourThirds-Standard mit recht kompakten Abmessungen (119 × 71 × 36,3 mm, Gewicht ohne Objektiv 285 g), sie ist etwa 35 Prozent kleiner. Panasonic bezeichnet sie sogar als "die kleinste Systemkamera der Welt mit integriertem Blitz", möglich durch den Wegfall des Spiegelkastens beim reinen "Live-View-Betrieb", den das Micro-FourThirds-System ausschließlich vorsieht.

Auf einen elektronischen Sucher wie bei der G1/GH1 muss der Käufer des 649 Euro teuren Bodys allerdings verzichten. Zur Motivsuche dient allein das 460.000 Subpixel auflösende 3"-LCD, wenn man nicht den zusätzlichen (elektronischen!) Aufstecksucher DMW-LVF1 (etwa 200 Euro) auf den Blitzschuh steckt, für den der Hersteller besondere Anschlusskontakte vorgesehen hat. Der Sucher bietet allerdings nur eine mäßig hohe Auflösung von 202.000 Pixeln.

Der LiveMOS-Sensor (mit Ultraschallreinigung, aber ohne Shift-Stabilisierung) löst 12 Megapixel auf, ihm wurde der neue Bildprozessor Venus Engine IV zur Seite gestellt. Neben Fotos kann die Kamera auch HD-Videos (Format AVCHD Lite, 1280 × 720 Pixel, 50p oder Motion JPEG) aufzeichnen, wofür Panasonic einen dedizierten Taster spendiert hat. Unser erstes "Hands-on" zeigte durchaus ansehnliche Ergebnisse ohne störenden Rolling-Shutter-Effekt (Verziehen von senkrechten Linien bei horizontalen Schwenks, oft bei SLRs mit Video-Funktion zu beobachten). Auch das neue 20-mm-"Pancake", eine recht lichtstarke (f/1,7) Festbrennweite mit umgerechnet 40 mm (KB) konnte bei einem ersten kurzen Test überzeugen – im Randbereich erschien es uns deutlich schärfer als das Pendant von Olympus.

(Bild: Panasonic)

Die GF1 hält 16 Motivprogramme bereit, darunter die neue "Periphere Unschärfe": Damit hebt sich das Hauptmotiv scharf von seinem leicht unscharfen Umfeld ab. Einige dieser Modi können auch bei Videoaufnahmen eingesetzt werden, um effektvolle Videos auch ohne spätere Nachbearbeitung zu erzielen. Die Serienbildfunktion liefert drei Bilder pro Sekunde.

Das in der GF1 zum Einsatz kommende Kontrast-AF-System arbeitet laut Panasonic nicht nur präziser als Phasenvergleichs-Systeme, sondern ist auch das derzeit schnellste** (mit einer Fokussierzeit von nur 0,3 s mit dem 14-45mm-Standard-Zoom). Der Fotograf kann unter diversen AF-Modi wählen, darunter Mehrfeld-AF mit bis zu 23 Feldern, 1-Feld-AF mit freier Platzierung im Bildfeld über die vier Richtungstasten, Gesichtserkennung und AF-Tracking. Mit Quick-AF für schnellere Auslösebereitschaft beginnt die GF1 die Fokussierung schon, wenn der Fotograf das Motiv anvisiert, ohne den Auslöser zu berühren. Mit kontinuierlichem AF folgt die Scharfeinstellung einem bewegten Motiv.

Kleine Spielereien konnte auch Panasonic nicht lassen: Die GF1 kann einmal registrierte Gesichter identifizieren und setzt dann bei der Belichtung und Scharfstellung die Priorität entsprechend, so dass diese vorrangig auf das bekannte Gesicht abgestimmt werden. Bei der Bildwiedergabe lassen sich z.B. nur Fotos anzeigen, auf denen ein gespeichertes Gesicht vorkommt.

Mit dem neuen lichtstarken 1,7/20mm-Objektiv und dem Leica-Makro 2,8/45mm umfasst das Panasonic-Angebot jetzt die folgenden sechs MicroFourThirds-Objektive: Superweitwinkel (4,0/ 7-14mm); Standardzoom (3,5-5,6/ 14-45mm/ OIS); Superzoom (4,0-5,8/ 14-140mm/ OIS); Telezoom (4,0-5,6/ 45-200mm/ OIS); Pancake-Objektiv (1,7/20mm) und Leica-Makroobjektiv (2,8/ 45mm/ OIS). Andere MFT-Optiken sind natürlich kompatibel, für normale FourThirds-Linsen bietet Panasonic Adapter an. (cm)