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Nach Streit: Gregor Gysi holt Ausstellung mit Aktfotos in sein Wahlkreisbüro

Aktfotos in einer geplanten Ausstellung im Rathaus Köpenick haben dafür gesorgt, dass zwischen Fotografen und Veranstalter ein massiver Streit um künstlerische Freiheit und Zensur ausgebrochen war. Jetzt springt Linken-Politiker Gysi in die Bresche.

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Nach Streit: Gregor Gysi holt Ausstellung mit Aktfotos in sein Wahlkreisbüro

Ursprünglich sollte die Ausstellung im Rathaus Köpenick gezeigt werden

(Bild: Chris/Flickr, (CC BY 2.0) )

Der Linken-Politiker Gregor Gysi will einen Teil einer abgesagten Ausstellung mit Aktfotos nun in seinem Wahlkreisbüro zeigen. Hintergrund ist ein Streit um die Ausstellung der Gesellschaft für Fotografie e.V. im Rathaus Köpenick. Bezirksstadträtin Cornelia Flader (CDU) wollte die sensibleren Motive vom Rest der Sammlung getrennt zeigen. Die Fotografen hatten die Ausstellung daraufhin im Februar abgesagt.

"Es ging einfach nur ums Prinzip", sagt Wahlkreis-Mitarbeiter André Schubert. "Dass solche Bilder nicht in Rathäusern ausgestellt werden können, das gab es noch nie." Zunächst hatte die Berliner Zeitung über die Eskalation des Streits zwischen den Fotografen und der Bezirksstadträtin berichtet.

In einer Pressemitteilung hatte die Politikerin erklärt, dass "das Amt für Weiterbildung und Kultur gern auf die Ausstellung von Aktfotos, Gewaltdarstellungen und Schockwerbung in einem öffentlichen Gebäude wie dem Rathaus Köpenick verzichtet hätte". Die Gesellschaft für Fotografie sprach darafhin von "Beleidigung", "Diffamierung" und "Zensur" seitens der Bezirksstadträtin.

Die Ausstellung fand seit 22 Jahren jährlich im Rathaus Köpenick statt. Bereits 2016 gab es Streit um zwei Aktfotos, die während der Ausstellung abgehängt wurden. Damals hieß es, es hätten sich Mitarbeiter und Besucher beschwert. Auch 2010 wurden Aktfotos abgehängt. Das Bezirksparlament Treptow-Köpenick hatte daraufhin beschlossen, es dürfe keine Beschränkungen der Motive geben.

Vom 18. April bis zum 30. Juni soll nun eine Auswahl von 36 der ursprünglich fast 400 Bilder gezeigt werden, unter denen auch Aktfotos sind. Die Vernissage findet am 18. April um 15 Uhr im Wahlkreisbüro an der Brückenstraße 28 statt. (mit Material der dpa) / (msi)