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Nikons neue Df, die D4 im Retro-Mantel

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Nostalgie anstatt Fortschritt: Mit seinem neuen Vollformatmodell Df geht Nikon einen Schritt zurück und versucht eine Synthese zwischen digitaler Profitechnik und analoger Ergonomie. Ein Konzept, das vielen überzeugten Nikon-Fotografen gefallen dürfte.

Was Hersteller wie Fujifilm oder Olympus im Bereich spiegelloser Systemkameras bereits seit geraumer Zeit mit Modellen wie der X-Pro1 oder der OM-D EM-1 erfolgreich umgesetzt haben, versucht Nikon nun auch auf den professionellen Spiegelreflexbereich zu übertragen: Hochmoderne Kameratechnik verpackt in ein nostalgisches Gehäuse. Eine Rückbesinnung auf die reine Fotografie.

Nikon Df (16 Bilder)

Nikon Df

In Nikons Df steckt weitgehend die Technik von Nikons D4. (Bild: Nikon)

Nostalgie pur. Bei einem ersten Kontakt mit der neuen Nikon Df drängen sich nicht als erstes die Fragen nach der Auflösung des Sensors, der Geschwindigkeit des Autofokus oder der maximal möglichen Serienbildrate in den Vordergrund. Vielmehr staunt man zunächst über die Vielzahl an Bedienelementen, deren Funktion zudem für eine Digitalkamera eher ungewöhnlich sind. Allein an der Oberseite findet man ein Rad zur Einstellung des ISO-Wertes, eines für die Belichtungszeit, ein drittes für die Belichtungskorrektur und ein viertes zur Modus-Umschaltung (P, A, S, M). Sie laden nicht zum schnellen Schnappschuss ein, sondern im Gegenteil sich zunächst intensiv mit dem Motiv und der Belichtung auseinanderzusetzen, bevor man den Auslöser betätigt. Apropos Auslöser: Selbst dessen Geräusch scheint sorgfältig auf Retro designt zu sein – sehr angenehm.

Der Auslöser der Nikon Df bietet sogar die Möglichkeit, einen mechanischen Fernauslöser anzuschließen.

(Bild: Nikon)

In der Hand fühlt sich die Df erstaunlich leicht an. Angesichts der robusten Erscheinung mit dem markanten Spiegelgehäuse hätte man mehr Masse erwartet. Das rundum abgedichtete Gehäuse basiert jedoch nicht auf massiven Blechen aus Stahl oder Aluminium, sondern auf einem Grundgerüst aus einer leichten Magnesiumlegierung. Einschließlich Akku wiegt die Df nur 765 Gramm.

Technik. Aber welche Technik steckt denn nun in der Retro-Nikon? Kurz gesagt: Die Df beherbergt nahezu eine komplette D4. So besitzt sie deren CMOS-Sensor im FX-Format (Kleinbild) mit 16,2 Megapixeln. Die einstellbare Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis ISO 12.800 – erweiterbar bis ISO 204.800. Die Serienbildgeschwindigkeit beträgt wie bei der D600 5,5 Bilder pro Sekunde. Der optische Pentaprismensucher zeigt 100 Prozent des aufgenommenen Bildes. Das LC-Display hat eine Diagonale von acht Zentimetern und löst 921.000 Bildpunkte auf. Die Phasen-Autofokus-Einheit ist der D610 entliehen, sie arbeitet mit 39 Messfeldern, von denen neun als Kreuzsensoren ausgelegt sind.

Alte manuelle Nikkor-Linsen lassen sich im Kameramenü der Df konfigurieren.

Eine Besonderheit: Die Nikon Df ist kompatibel zu allen bislang gefertigten Nikkor-Objektiven mit F-Bajonett, auch den alten manuellen NON-AI-Linsen aus der Vorautofokus-Ära. Im Menü sind solche Linsen einzeln anmeld- und konfigurierbar. Da Nikon schon allein wegen des Bedienkonzeptes mit der Df nur Fotografen ansprechen möchte, hat man hier die Videofunktion komplett weg gelassen. Einen Live-View-Modus gibt es hingegen trotzdem. Dann steht aber auch nur ein sehr langsamer Kontrastautofokus zur Verfügung.

Man darf gespannt sein, wie die Nikon-Fan-Gemeinde die Nostalgiekamera annehmen wird. Auf jeden Fall vermittelt sie auf den ersten Blick Spaß am bewussten, entschleunigten Fotografieren. Jedoch müssen interessierte Fotografen auch bereit sein, für dieses Fotografier-Erlebnis 3000 Euro zu bezahlen. In dem Preis ist bereits das passende AF-S Nikkor 50 mm 1:1,8G SE enthalten, das optisch identisch mit der herkömmlichen 50-Millimeter-Standardlinse ist. Der Verkauf soll noch Ende November starten.

Die vollständigen Daten zur Nikon Df gibt es hier. Einen Datenvergleich zwischen zwischen Nikon D4 und Nikon Df haben wir ebenfalls zusammengestellt. (pen)