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Open-Source-Rawkonverter Darktable: Windows-Version scheitert an mangelnder Initiative

Darktable gibt es bisher nur für Linux und den Mac, Anwender fordern aber schon seit Jahren eine Windows-Version. In einem Blog-Eintrag haben die Entwickler zu den Zukuftsaussichten von Darktable unter Windows nun Stellung genommen.

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Darktable

(Bild: Darktable.org)

Die Entwickler des kostenlosen Open-Source-Rawkonverters Darktable haben in einem Blogeintrag ihre Beweggründe erläutert, warum es bisher keine Windows-Version des populären Rawkonvertes gibt. Der Hintergrund: Darktable ist bisher vor allem bei Linux-Anwendern sehr populär.

Es gibt auch eine Mac-Version, die aber von den Entwicklern weniger intensiv gepflegt wird. Unter Windows kann man Darktable bisher nicht nativ installieren, denn es gibt keinen Build für dieses Betriebssystem. Als Windows-Anwender kann man sich natürlich über den Umweg einer virtuellen Maschine auch Darktable auf den Desktop holen, aber das ist ist bei ressourcenhungrigen grafischen Anwendungen eher ein Notbehelf als eine sinnvoll nutzbare Installationsmethode.

Da auch viele Windows-Nutzer gerne Darktable einsetzen möchten, werden die Entwickler immer wieder mit entsprechenden Nachfragen kontaktiert. Über die teils hitzigen Debatten, die zu diesem Thema im Web geführt werden, sind die Entwickler aber alles andere als glücklich. Sie bemängeln, dass viele Windows-Anwender den Open-Source-Gedanken grundlegend mißverstanden haben.

Echte Open-Source Projekte ohne externe Finanzierungsquellen, wie eben beispielsweise Darktable, leben ausschließlich vom ehrenamtlichen Engagement vieler Freiwilliger. Die Entwickler selbst nutzen vor allem Linux auf ihren Rechnern, insofern ist die bevorzugte Pflege von Linux-Versionen für Darktable eine aus ihrer Sicht naheliegende Wahl.

Windows-Anwender engagieren sich den Entwicklern zufolge bisher nicht in nennenswerter Weise in dem Projekt. Gleichzeitig stellen sie aber wiederholt teils harsche Forderungen nach einer Windows-Version, die sie selbst nutzen möchten. Das widerspricht nach Ansicht der Entwickler dem Open-Source-Gedanken in wesentlichen Punkten, weil die Entwickler nicht die Dienstleister für die Anwender sind.

Die MItglieder des Projekts entwickeln Darktable in erster Linie für sich und damit auch für die von ihnen eingesetzten Rechnersysteme. Die parallele Pflege einer Windows-Version würde erhebliche Ressourcen binden, ohne dass die Entwickler selbst dadurch einen Vorteil hätten. Dass die Forderungen nach einer Windows-Version durchweg von Leuten vorgebracht werden, die sich selbst in keiner Weise für das Darktable-Projekt engagieren, wird von den Entwicklern als sehr unhöflich empfunden.

Sie verweisen auf die Entwicklungsgeschichte der Mac-Version. Sie wurde von dem Anwender kompiliert, der sich diese Variante gewünscht hatte. Das Kompilieren und die dann erforderlichen Anpassungsarbeiten an ein neues Betriebssystem sind immer sehr zeitintensiv.

Es gab' durchaus schon Versuche eine Windows-Variante zu kompilieren, sie wurden aber nicht weiter verfolgt. Die Mac-Variante konnte also nur entstehen, weil sich ein Mac-Anwender selbst in erheblichem Umfang engagiert hatte. Unter Windows gibt es bisher zwar viele, die sich eine entsprechende Variante wünschen, aber offensichtlich niemanden, der selbst Hand anlegen möchte.

Den Entwicklern zufolge ist der einzige Grund, warum es bisher keine Windows-Version für Darktable gibt, das fehlende Engagement der Windows-Anwender selbst. Darktable sei kein kommerzielles Programm, also können die Anwender auch keinen umfassenden Support erwarten, oder weitere Versionen, die die Entwickler selbst nicht benötigen.

Das Argument, dass mit einer Windows-Version der Anwenderkreis erheblich erweitert werden würde, zählt für die Darktable Entwickler nicht, weil sie selbst davon keinen Vorteil, sondern nur noch mehr unbezahlte Arbeit hätten. Technische oder ideologische Gründe für das bisherige Fehlen einer Windows-Version gibt es nicht. (Sascha Steinhoff) / (sts)