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Paukenschlag: Canon EOS 5DS/5DS R mit 50-Megapixel-Sensor

Ziemlich genau vor drei Jahren sorgte Nikon mit einem 36-Megapixel-Sensor in seiner D800 für Furore. Nun prescht Canon mit einem 50-MP-Vollformatsensor in seiner EOS 5DS vor und legt die Messlatte erneut auf Mittelformat-Niveau.

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(Bild: Canon)

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Canon EOS 5Ds Gehäuse
Canon EOS 5Ds Gehäuse ab € 2222,–

Die Canon EOS 5DS ist die erste Kleinbild-DSLR mit 50-Megapixel-Sensor.

(Bild: Canon)

Ist das Mittelformat angesichts einer Auflösung von 50 Megapixeln auf einem Kleinbildsensor noch zu retten? Mit seiner neuen EOS 5DS (ab 2222 €) zielt Canon direkt auf das Mittelformat mit seinen Vertretern wie Hasselblad, PhaseOne und Pentax ab. Der Sensor in der neuen Kleinbild-DSLR bietet sage und schreibe 50,6 Megapixel. Vor einigen Jahren hätte man noch gesagt, das sind Auflösungen die kein normaler Fotograf braucht. Aber mit der Einführung der Nikon D800 beziehungsweise der aktuellen D810 (ab 2180 €) sowie von Sony Vollformat-Spiegelloser Alpha 7R (ab 1650 €) hat sich gezeigt, dass es für solch hochauflösende Kameras nicht nur einen Markt gibt, sondern dass sich die hohen Auflösungen auch nutzen lassen. In Verbindung mit entsprechend hochwertigen Optiken und bei sehr sorgfältigem Arbeiten im Studio oder in der Natur macht sich die hohe Auflösung mit überzeugenden Bildergebnissen bezahlt.

Canon EOS 5DS (9 Bilder)

Canon EOS 5DS

Die Canon EOS 5DS bietet eine Auflösng von 50 Megapixeln, ein Rekord bei Kleinbild-DSLRs.
(Bild: Canon)

Aber auch die Hersteller von Mittelformat-Kameras haben ihre Modelle weiter entwickelt. Erst im vergangen Sommer stellte Ricoh die Pentax 645Z (ab 5999 €) mit 51-Megapixel-Sensor vor, die mit beeindruckender Bildqualität überzeugt. Auch Hasselblads aktuelle H5D-50C bietet eine ähnlich hohe Auflösung. Durch Sensorshifting und Vier- beziehungsweise Sechsfachbelichtungen kommt die Hasselblad H5D-200C sogar auf beeindruckende 200 Megapixel. Auch das Digitalrückteil Phase One IQ 250 besitzt einen 50-Megapixel-Sensor. An diese Leistungsklasse knüpft nun auch Canons neue EOS 5DS an.

Der neue von Canon entwickelte Sensor bietet eine Lichtempfindlichkeit von ISO 100 bis ISO 6400. Sie lässt sich noch erweitern auf einen Bereich von ISO 50 bis ISO 12.800. Zum Vergleich: die EOS 5D Mark III reicht bis standardmäßig ISO 25.600, Nikons D810 bis ISO 12.800. Offensichtlich versucht man damit, das Rauschen in einem akzeptablen Rahmen zu halten. Während der Aufnahme lässt sich ein Cropfaktor von 1, 1,3 oder 1,6 einstellen. Bei einem Faktor von 1,6 – entsprechend APS-C – beträgt die Auflösung noch 19 Megapixel.

Bei der EOS 5DS handelt es sich im Prinzip um eine 5D Mark III mit hochauflösendem Sensor und leistungsfähigerem Prozessor. Ansonsten sind beide Modelle nahezu baugleich.

(Bild: Canon)

Um die immense Datenflut mit akzeptabler Geschwindigkeit zu verarbeiten, setzt der Hersteller in die EOS 5DS einen Dual-Digic-6-Prozessor – in der 5D MK III (ab 2390 €) steckt noch ein Digic 5+ – ein, der auf den schnellen Datendurchsatz hin optimiert wurde. Die Kombination ermöglicht eine Serienbildrate von fünf Aufnahmen pro Sekunde.

Für den Autofokus kommt wie in der 5D MK III eine 61-Punkt AF-System mit 41 Kreuzsensoren zum Einsatz. Die sogenannte EOS iTR-Technik (intelligent Tracking and Recognition) soll für eine präzise Schärfenachführung bei Gesichtern und Objekten sorgen.

Speziell für EOS 5DS hat Canon einen neuen Bildstil "Details" entwickelt. Laut Canon sorgt dieser bei der JPEG-Entwicklung für eine optimierte Wiedergabe feinster Details. Eine Nachbearbeitung per Software soll sich damit erübrigen. Ansonsten bietet die neue kaum Abweichungen von der EOS 5D Mark III. Gehäuse, Sucher und Display sind nahezu identisch.

Bie der EOS 5DS R hat Canon die Wirkung des Tiefpassfilters kompensiert, sodass sie sich wie ein Modell ohne Tiefpassfilter verhalten soll.

(Bild: Canon)

Im Normalfall befindet sich vor dem Bildsensor ein Tiefpassfilter der die Bildung von Moiré verhindern soll. Die EOS 5D S unterscheidet sich von dem Modell ohne R dadurch, dass sie sich so verhält, als hätte man den Tiefpassfilter vor dem Sensor weggelassen. Dazu wird der zweistufig (senkrecht und waagrecht) aufgebaute Tiefpassfilter aber nicht weggelassen, sondern lediglich die zweite Stufe durch ein Filterelement ersetzt, das die Wirkung der ersten Stufe kompensiert. Dieses Verfahren soll laut Canon übrigens auch bei den Modellen anderer Hersteller, die angeblich auf einen Tiefpassfilter verzichten, üblich sein.

Die beiden neuen Modelle sollen ab Juni in den Handel kommen. Die EOS 5DS soll dann für 3500 Euro erhältlich sein, die EOS 5DS R (ab 2729,23 €) für 3700 Euro. Damit sind sie etwas teurer als die Nikon D810 (ab 2180 €) aber deutlich weniger als halb so teuer wie eine Pentax 645Z (ab 4999 €). (pen)