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Phase One: Neue digitale Mittelformatkamera, neue Objektive, neue Rückteile

Phase One hat neben dem modularen Mittelformatsystem mit Wechselsucher Phase One XF auch neue Zentralverschlussobjektive und drei IQ3-Digitalrückteile vorgestellt.

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Phase One: Neue digitales Mittelformatkamera, neue Objektive, neue Rückteile

(Bild: Phase One)

Der dänische Hersteller PhaseOne stellt mit der XF ein neues modulares Mittelformatsystem mit Wechselsucher vor, das ab sofort über seine Vertriebspartner erhältlich ist. Ein Kameragehäuse mit Prismensucher und 2,8/80-mm-Schneider-Kreuznach Objektiv kostet knapp 7000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Neu sind überdies drei IQ3-Digitalbacks mit 50, 60 und 80 Megapixeln, zwei Schneider-Objektive und die Version 8.3 des Bildbearbeitungsprogramms Capture One Pro.

Digitale Mittelformat-Systemkamera Phase One XF (6 Bilder)

(Bild: Phase One)

Die nach Aussage der Dänen im eigenen Haus entwickelte XF, ist deutlich kantiger ausgefallen, als das bisherige Modell 645DF+, das es weitestgehend baugleich auch als Mamiya 645+ gibt und das in seiner aktuellen Version im Jahre 2012 erstmals vorgestellt wurde. Alle Kernelemente der XF sollen grundlegend überarbeitet worden sein, neben robuster Mechanik soll es auch einen neuen Autofokus geben. Zu letzterem wird allerdings nur verraten, dass das Honeybee Autofocus Platform (HAP-1) genannte System selbst entwickelt und zum Patent angemeldet wurde. Zu den Features der XF, die am Rande erwähnt wurden, zählt ein integrierter Profoto Blitzauslöser.

Die beiden ebenfalls neu vorgestellten Schneider-Kreuznach-Zentralverschlussobjektive mit 35 mm und 120 mm Brennweite sollen für Auflösungen "bis über 100 Megapixel" ausgelegt sein. Insgesamt erwähnt Phase One 20 hochauflösende Objektive in seinem aktuellen Sortiment. Die neuen Objektive folgen in ihrem äußeren Erscheinungsbild mit dem blauen Ring jetzt auch der Designlinie, die mit den Objektiven für Samsung bekannt wurde. Wie die meisten anderen Schneider-Kreuznach-Objektive von Phase One werden auch die beiden neuen von Mamiya in Japan hergestellt.

Während PhaseOne bei den Objektiven verspricht, dass auch 60 ältere Objektive an der Kamera nutzbar seien, und sein Engagement in Sachen offene Systeme herausstreicht, bestätigte das Unternehmen aber auf Nachfrage, dass ältere Rückteile wie die P+-Serie nicht mit der XF kompatibel sind. Dies mag ein Grund dafür sein, dass die 645DF+ bislang nicht abgekündigt wurde. Auch wenn die XF wie die bisherigen Modelle von Phase One wieder bei Mamiya in Japan produziert wird, scheint derzeit kein entsprechendes Mamiya-Modell vorgesehen und so bleibt dort die 645DF+ dort das aktuell einzige Modell.

Mit der XF wurden drei neue IQ3-Digitalrückteile mit 50, 60 beziehungsweise 80 Megapixeln vorgestellt, von denen das 80-MP-Rückteil mit einen neuen, firmeneigenen Bildsensor ausgestattet sein soll, der Belichtungszeiten bis zu 60 Minuten ermöglichen soll.

Die XF mit einem IQ3-Rückteil besitzt zwei Touchscreens. Auf der Oberseite befindet sich ein 1,6-Zoll-großes, transflektives Display, das gute Ablesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen bieten soll, und an der Rückseite ein 3,2-Zoll-großer Retina-Touchscreen für Vorschaubilder.

Erneuert wurde auch das Betriebssystem der XF. Mit dem neuen OneTouch User Interface sollen sich Softwareanpassungen einfach durchführen lassen. Phase One will auf diese Weise besonders schnell auf Kundenwünsche reagieren können. Ob der Kunde die Upgrades selbst vornehmen kann oder ob die Kamera dazu einen Service-Stop einlegen muss, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor.

Die Preise für Bundles mit einem der drei neuen IQ3-Rückteilen betragen jeweils zusammen mit einem XF-Kameragehäuse, dem spezifischen IQ3 Digital Back und dem Prismensucher sowie einem Schneider-Kreuznach-2,8/80-mm-LS-Objektiv.

Die Preise:

  • XF IQ3 80 MP: ca. 46.400 €
  • XF IQ3 60 MP: ca. 40.460 €
  • XF IQ3 50 MP: ca. 38.100 €

Für die Phase One Schneider-Kreuznach gelten folgende Preise:

  • 120 mm: 6550 €
  • 35 mm: 6550 €

(Christoph Jehle) / (keh)