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Polaroid: Von Enschede in die ganze Welt

Die Sofortbildmarke Polaroid feiert Comeback. Wir waren im Werk in Enschede und haben uns angesehen, wie die Kultbildchen hergestellt werden.

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Von Enschede in die ganze Welt

(Bild: Christine Bruns / c't Fotografie)

Sie arbeiten wieder, die Maschinen, die den Sofortbildfilm im niederländischen Enschede zusammenbasteln. Sie standen nach der Insolvenz von Polaroid im Jahr 2008 erst einmal still. Seit einigen Jahren rattert, schnauft und piept es erneut in den Fabrikhallen. Die Firma Impossible BV, die unter der Marke Polaroid Originals das Sofortbild vertreibt, kann die Nachfrage kaum bedienen.

Heute arbeiten rund 90 Mitarbeiter für Polaroid Originals in der Fabrik. Einige davon waren bereits vor 2008 mit an Bord. Für die Firmenleitung ist klar, dass sie es ohne die Erfahrung der früheren Mitarbeiter niemals geschafft hätten.

So entstehen Polaroids Ein Einblick in das Polaroidwerk in Enschede, Niederlande

Die Herausforderungen, die das Start Up in den vergangenen Jahren gemeistert hat, sind immens. Mit Polaroid brach 2008 auch die Kette der Zulieferer zusammen. Teile der Herstellung wie Transportbänder und Maschinen wurden im Zuge der Insolvenz verkauft. Auch waren einige der nötigen Chemikalien nicht mehr erhältlich oder schlichtweg verboten. Impossible musste nicht nur völlig neue Rezepte und chemische Verbindungen entwickeln, sondern auch Firmen finden, die alle Maschinen Stück für Stück wieder in Gang setzen konnten. Die Pläne existierten zwar, die Beschriftung war jedoch amerikanisch und alle Angaben in Zoll.

Dazu sind die Arbeiten an den Maschinen sehr komplex. Das Herzstück des Prozesses – die Maschine, die am Schluss alle Teile zusammenfügt – besitzt eine Dunkelkammer, damit der Negativfilm nicht schon vor der Auslieferung belichtet wird. Die Mitarbeiter erledigen dort alle Arbeiten tastend im Dunkeln. Zwei bis vier Jahre dauert es, bis ein neuer Mitarbeiter alle Arbeitsschritte an dem Gerät sicher beherrscht. Die Firma besitzt neun solcher Maschinen, sechs sind in Betrieb. Fabrikleiter Andy Billen freut sich, dass die Maschinen sehr robust sind und traut ihnen zu, dass sie auch in fünfzig Jahren noch Filme produzieren.

Das Werk von Polaroid Originals (13 Bilder)

Das Polaroidwerk in Enschede

Im Polaroidwerk im niederländischen Enschede werden Sofortbildfilme hergestellt. Die Marke Polaroid existiert hier weiter, die Besitzer haben gewechselt. (Bild: Christine Bruns / ct Fotografie)

Doch nicht alle Bestandteile der Polaroidbildchen werden in Enschede hergestellt. Teile der Chemie sowie beschichtete Folien und Negative kommen aus Monheim in Deutschland von der Firma InovisProject GmbH, einem Tochterunternehmen von Polaroid Originals.

Ein Polaroidbild von Innen (9 Bilder)

Unser Versuchsaufbau

Wir wollten uns mal ansehen, wie so ein Polaroid von innen ausschaut. Vorsichtshalber tragen wir Nitrilhandschuhe, um die Chemie nicht auf die Haut zu bekommen. Also liebe Kinder, bitte nicht nachmachen!
(Bild: Christine Bruns / c't Fotografie)

(cbr)