Menü
c't Fotografie

Radikaler Wandel bei Adobe drückt Quartalszahlen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 4 Beiträge

Adobe wagt mit dem Wechsel von Verkaufs-Software zu einem Abo-Modell derzeit so etwas wie eine Operation am offenen Herzen. Denn der Wandel verhagelt Quartal um Quartal die Zahlen.

siehe auch:
- Creative-Cloud-Update rollt an
- Abo-Modell statt Kauf-Software
- Kein Box-Verkauf für CS

- Mehr aktuelle Meldungen

Der radikale Umbruch des Geschäftsmodells beim Software-Anbieter Adobe belastet weiter deutlich die Zahlen des Photoshop-Entwicklers. In dem Ende Mai abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar. Der Gewinn sackte um fast zwei Drittel auf 76,5 Millionen Dollar ab, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Adobe riskiert gerade so etwas wie eine Operation am offenen Herzen: Die Kreativ-Programme wie Photoshop werden künftig nur noch im Abo-Modell statt als einzelne Verkaufsversionen weiterentwickelt. Damit will Adobe sich einen stabilen Erlösfluss ohne die bisherigen Schwankungen durch Produktzyklen sichern. Derzeit bekomme Adobe im Schnitt 37 Dollar im Monat pro Abo-Kunde, sagte Finanzchef Mark Garrett der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Der Umbau begann vor über einem Jahr mit dem Start der Abo-Versionen unter der Marke Creative Cloud. Zuletzt gewann der Wandel deutlich an Schwung: Die Zahl der Abo-Kunden stieg im vergangenen Quartal um 221 000 auf rund 700 000.

Die Zahlen fielen besser aus als von Analysten erwartet. Die Aktie legte am Mittwoch Börsianer vorbörslich um über sechs Prozent zu. Adobe hatte bereits wiederholt gewarnt, dass die hohen Kosten in der Umbau-Phase zunächst einmal die Gewinne drücken werden. Bis Herbst 2015 will Adobe vier Millionen Abo-Kunden haben. Insgesamt gibt es nach Angaben der Firma derzeit 12,8 Millionen Nutzer von Adobe-Kreativsoftware. (dpa) / (keh)