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Sigma mit neuer Objektiv-Strategie: Edle statt günstige Alternative

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Das Objektiv macht das Bild. Diesem Ansatz folgend will Sigma künftig sein Objektiv-Portfolio völlig umkrempeln. Ziel ist es, die bessere und hochwertigere Alternative zu den eigenen Objektiven der DSLR-Hersteller zur werden. Das "Günstiger-Image" will sich die kleine japanische Firma abstreifen. Dafür gibt es sogar den roten Schriftzug auf. Sigma ist künftig schwarz.

Ein Objektiv der neuen C-Serie, in der Sigma seine Allzweck-Waffen versammeln will.

(Bild: Sigma)

Alle neuen Objektive werden in Zukunft in drei Produktlinien gruppiert. Auf der Photokina können Besucher bereits je einen Prototyp daraus sehen. Unter Linie C (contemporary / zeitgenössisch) will der Hersteller künftig Standardzoom-, Tele- oder auch Superzoom-Objektive fassen. Merkmal der C-Serie soll eine besonders kompakte Bauweise sein.

Als Allzweckwerkzeuge sollen sich die C-Linsen beispielsweise für Landschaftsaufnahmen, Familienfotos und Schnappschüsse eignen. Als erstes Objektiv stellt Sigma auf der Photokina das 17-70mm f/2.8-4 DC Macro OS HSM fürs APS-C-Format vor. Es wird eine Kleinbild-äquivalente Brennweite von 25,5 mm bis 105 mm und eine Anfangsblende von f/2.8 erreichen. Die Naheinstellgrenze des Makros soll bei 22 Zentimetern liegen, der Abbildungsmaßstab bei 1:2,9.

A für Art: Diesen Prototypen des 35 mm f/1.4 DG HSM können Besucher der Photokina bereits sehen.

(Bild: Sigma)

In Linie A (art) werden künftig Linsen für den künstlerischen Anspruch fallen – also lichtstarke Festbrennweiten, Weitwinkel-, Fisheye- oder Makro-Objektive. Sie sollen sich besonders für Studiofotografie, aber auch für Architektur- oder Astroaufnahmen eignen. Den Anfang macht hier das 35mm f/1.4 DG HSM.

S wie Sports umfasst Objektive, die sich für schnelle Sportaufnahmen eignen, dazu werden beispielsweise Tele- oder Supertele-Objektive gehören. Auf der Photokina können Besucher bereits den Prototypen des 120-300mm f/2.8 DG OS HSM sehen.

Ein erster Prototyp aus der neuen S-Serie, in der Objektive für schnelle Sportaufnahmen zusammengefasst sind.

(Bild: Sigma)

Alle technischen Daten zu den Neuen hat Sigma noch nicht herausgegeben. Im Gespräch mit heise Foto erklärte der Hersteller allerdings, dass sie voraussichtlich Ende 2012 beziehungsweise Anfang 2013 auf den Markt kommen und preislich wohl deutlich über den bisher gewohnten Regionen liegen werden.

So ähnlich wird der USB-Dock aussehen, mit dem es möglich sein soll, ein Sigma-Objektiv zu konfigurieren.

(Bild: Sigma)

Sigma rechtfertigt dies unter anderem mit den verwendeten Materialien. So sollen alle Linsen aus dem Material TSC (Thermally Stable Composite) gefertigt werden. Es weist nur eine geringe thermische Schrumpfung auf und ist elastischer als beispielsweise Polykarbonat. TSC ermöglicht laut Sigma Bauteile wie Fokussier- oder Zoomring dünner herzustellen. Außerdem haben die neuen C-, A- und S-Linsen ein Messing-Bajonett. Zudem verspricht der Hersteller, dass alle Neuen "Made in Japan" sind und einen Leistungstest vor dem Verlassen des Werks durchlaufen müssen.

Und noch etwas will Sigma seinen Fotografen mit auf den Weg geben – zumindest seinen technisch versierten: die Möglichkeit Objektive selbst zu konfigurieren. Dazu hat der Hersteller einen USB-Dock angekündigt, über den sich das Objektiv an den PC anschließen lässt. Somt ist es möglich die Objektiv-Firmware zu verändern, um beispielsweise Fokusparameter eigenen Bedürfissen anzupassen. Wann genau dieser Dock erhältlich sein und was er kosten wird, hat Sigma allerdings noch nicht verraten.

Die Japaner gehen mit dieser neuen Strategie durchaus Risiken ein. Zunächst einmal wird die bestehende Produktpalette nahezu erhalten bleiben: So wird es beispielsweise parallel Objektive mit dem EX-Kürzel geben, das bisher für Hochwertigkeit bürgen sollte, und die neuen Linsen mit A, C, oder S, ohne explizites Qualitätszeichen. Dies könnte anfangs einige Verwirrung stiften. Auch wird es wohl einen deutlichen Preisanstieg bei den Neuen geben, der dem Kunden schlüssig erklärt werden muss. (ssi)