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SilverFast 8.5 bringt Druckerprofilierung mit dem Scanner

SilverFast gehört seit langem zum Lieferumfang vieler Scanner. Jetzt hat der Kieler Hersteller Lasersoft Imaging Version 8.5 veröffentlicht, die Drucker-ICC-Profile mithilfe eines vorhandenen Flachbettscanners erstellen kann.

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Scansoft: Neue Software zur Druckerprofilierung mit dem Scanner

(Bild: Lasersoft)

Der Kieler Software-Hersteller LaserSoft Imaging hat Version 8.5 seiner Scansoftware SilverFast veröffentlicht. Neben anderen Features gibt als kostenpflichtige Zusatzsoftware die Möglichkeit, Drucker-ICC-Profile mithilfe eines vorhandenen Flachbettscanners zu erstellen. Ein teures Farbmessgerät soll damit nicht mehr notwendig sein, die erstellten Profile können nachträglich auf persönliche Präferenzen hin optimiert werden.

Die Anpassung des Druckerprofils an den persönlichen Geschmack und/oder das Umgebungslicht erfolgt durch die Auswahl bevorzugter Farbfelder aus diesen Musterdrucken.

Die Druckerprofilierung ist als Upgrade oder im Bundle mit der Scansoftware im SilverFast-Shop für knapp 100 Euro Aufpreis erhältlich. Voraussetzung für den Kalibrationseinsatz ist allerdings ein von LaserSoft Imaging unterstützter Flachbettscanner und die Scannersoftware SilverFast Studio AI 8.5 oder Archive Suite 8.5 (Preise ab ca. 300 Euro). Zum Start wird der Scanner vollautomatisch mit der IT8-Kalibrierung von LaserSoft Imaging kalibriert. Auf dem zu profilierenden Drucker und mit dem gewählten Papier (Druckerprofile gelten stets nur für eine bestimmte Papiersorte) wird – bei abgeschaltetem Farbmanagement – ein Farbmuster mit 1026 Feldern und über 1000 Tonwerten ausgedruckt und anschließend eingescannt. Daraus erzeugt die Software automatisch ein ICC-Profil für die ausgewählte Drucker-, Tinten- und Papier-Kombination und legt es im Systemverzeichnis für Farbprofile ab.

Anschließend kann das Profil noch an persönliche Vorlieben und an Umgebungslichtbedingungen angepasst werden. Dazu werden mit dem erstellten Profil weitere fein abgestufte Testmuster ausgedruckt. Die Kennung des am neutralsten erscheinenden Musters wird in die Software eingegeben, worauf diese das Profil entsprechend anpasst. Auf die gleiche Weise können die Profile zum Beispiel auch bewusst in Richtung kälterer oder wärmerer Farben verschoben werden. Diese nachträgliche Optimierung ist das eigentlich Neue an der jetzigen Entwicklung. Eine Lösung zur reinen Druckerprofilierung mittels Scanner hatte LaserSoft Imaging bereits 2008 für SilverFast 6.6 unter dem Namen Profiler herausgebracht.

Das A und O einer Druckerprofilierung ist die Qualität des Messgeräts, mit dem das Target mit den Farbmustern ausgemessen wird, in diesem Fall also des Scanners. Dieser muss alle druckbaren Farben innerhalb eines hohen Dichteumfangs erfassen können, sonst stößt die Druckerprofilierung schon hier an ihre Grenzen, Scanfehler werden quasi ins Druckerprofil eingebaut. Ein hochwertiger und exakt kalibrierter Scanner ist also Voraussetzung für ein gutes Druckerprofil.

Prinzipiell sind da Scanner und auch die Bildsensoren von Digitalkameras speziellen, aber auch recht teuren Messgeräten wie zum Beispiel dem i1Pro von xrite unterlegen. Diese arbeiten als Spektralfotometer und können auch größere Farbräume und hohe Farbdichten erfassen. Scanner und Kameras enthalten lediglich RGB-Sensoren und arbeiten wie Colorimeter, wie sie bevorzugt für die Monitorkalibrierung verwendet werden. Übrigens unter dem Namen Colymp gibt es auch eine Lösung für die Druckerprofilierung mittels Digitalkamera.

[Update 4. Juni, 16:30: Schreibweise Firmen- und Produktnamen geändert] (Ralph Altmann) / (keh)