Menü

Sony übernimmt Toshibas Bildsensoren-Fertigung in Oita

Sony kauft von Toshiba eine bestehende, aktive Fertigungslinie für CMOS-Bildsensoren und kann damit seine Produktionskapazitäten für die Bildsensoren schnell erweitern. Die Transaktion soll zum Ende des aktuellen Sony-Geschäftsjahres abgeschlossen sein.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 2 Beiträge

(Bild: Toshiba)

Von

Mit der Bestätigung des Vertragsabschlusses zwischen Sony und dem Technologiekonzern Toshiba wurde die am 28. Oktober 2015 veröffentlichte Absichtserklärung jetzt vertraglich fixiert. Bis zum Ende des aktuellen Sony-Geschäftsjahres im März 2016 soll die Übernahme abgeschlossen sein.

Der japanische Sony-Konzern erwirbt für seine Tochter Sony Semiconductors eine 300-mm-Wafer-Fertigungslinie in der Provinz Oita vom Technologiekonzern Toshiba. Toshiba bekommt durch den Verkauf umgerechnet 142 Millionen Euro, Sony erhält mit dem dem 2004 errichteten Werk eine zusätzliche, schon arbeitende Produktionslinie, die jetzt schon vorrangig für die Fertigung von CMOS-Bildsensoren genutzt wird. Sony beabsichtigt alle 1100 Mitarbeiter aus der erworbenen Fertigung zu übernehmen. Ob die Fertigung jetzt vollständig auf den CMOS-Sensor-Bedarf von Sony ausgerichtet wird oder Toshiba auch in Zukunft bestimmte sonstige in der verkauften Werk hergestellten Bauteile beziehen kann, ist derzeit unklar.

Beide Konzerne standen unter Druck, die Verhandlungen zu einem positiven Abschluss zu bringen. Toshiba benötigt in der Folge eines aufgedeckten Bilanzskandals dringend neues Geld und muss daher Teile des Konzerns verkaufen. Nun bringt das Geschäft zumindest fürs Erste eine Entspannung der finanziellen Situation. Und für die Sony-Tochter Sony Semiconductors, wo man die gestiegene Nachfrage nach CMOS-Sensoren mit den im Konzern vorhandenen Fertigungskapazitäten nicht mehr beherrschen konnte, bietet die Übernahme die Möglichkeit, die Fertigungskapazitäten schnell und kostengünstig zu erweitern.

Der Kauf von Toshibas Bildsensorenfertigung dürfte mit den umgerechnet 142 Millionen Euro deutlich preiswerter ausgefallen sein, als ein alternativ möglicher Umbau vorhandener, aber nicht mehr benötigter Sony-Chip-Fertigungsanlagen wie der CCD-Produktion oder der ebenfalls in Oita angesiedelten LSI-Chip-Kapazitäten. Zudem konnte man mit dieser Aktion einen Wettbewerber vom Markt nehmen. (Christoph Jehle) / (keh)