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Spiegellose Systemkamera Samsung NX1: APS-C in neuen Sphären

Mit 28 Megapixeln auf dem bislang ersten BSI-CMOS im APS-C-Format, 4K-Video und einer Bildfolge von 15 B/s dank Hybrid-Autofokus, sorgt Samsung mit der neu vorgstellten spiegellosen Systemkamera NX1 für das erste Ausrufezeichen der Photokina.

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Samsung sorgt mit der NX1 für einen Knaller gleich zum Auftakt der Photokina: Mit dem ersten rückseitig verdrahteten BSI-CMOS-Sensor setzt Samsung einen neuen Rekord für die Auflösung im APS-C-Format und stößt mit 28 Megapixeln in den Bereich der Vollformatkameras. Durch eine besondere Anordnung der Mikrolinsen will Samsung trotz einer Strukturbreite von 56 nm besonders viel Licht auf die Photodioden leiten. Im Zusammenspiel mit einem ebenfalls neuentwickelten Bildprozessor (DRIMe V) bietet die NX1 einen Empfindlichkeitsbereich von ISO100 bis ISO 25.600 (erweitert 51.200).

Die Ausstattung der NX1 lässt keine Wünsche offen. Bei Auflösung und Autofokus besetzt die Kamera im APS-C-Format derzeit die Spitzenposition.

(Bild: Samsung)

Dieser ist auch für die Verarbeitung des Autofokussignals zuständig und liefert hier 15 Bilder in der Sekunde ab. Samsung nennt einen Wert von 0,055 Sekunden für den Fokusvorgang. Damit dieser zielsicher von statten geht, setzt Samsung auf einen Hybridautofokus, der 205 Phasenmessfelder mit 209 Felder zur Kontrastmessung kombiniert. Hiermit deckt der Autofokus 90 Prozent der Bildfläche ab. Für eine exakte Messung sind 153 zentral angeordnete Phasensensore als Kreuzsensoren ausgeführt.

Neben den Fotofähigkeiten, zeichnet die NX1 Videos in 4K (4096 × 2160, 24 fps) und UHD (3840x2160, 30 fps) auf, dabei nutzt sie den neuen, leistungsfähigen H.265-Codec. Über einen Mikro-HDMI-Anschluss gibt die Kamera das Videosignal unkomprimiert mit 4:2:2-Abtastung aus.

Damit die Kamera auch bei schlechtem Wetter nicht zu Hause bleiben muss, hat Samsung die Technik in einem staub- und spritzwassergeschützten Magnesiumgehäuse untergebracht. Dieses bringt ohne Akku und Speicherkarte lediglich 550 Gramm auf die Wage. Ungewöhnlich für eine spiegellose Systemkamera: Die NX1 zeigt wichtige Kameraeinstellungen wie Zeit, Blende und Batteriestatus auf einem LC-Display auf der Oberseite an.

Samsung NX1 in Bildern (11 Bilder)

Samsung NX1

(Bild: Samsung)

Zur Bildkontrolle können Fotografen auf einen OLED-Sucher mit 2.36 Millionen Subpixeln (XGA: 1024x768) oder das 3-Zoll (7,68 cm) große Super-AMOLED-Touchdisplay (720x480 Pixel) zurückgreifen. Dieses ist klappbar (90° nach oben, 45° nach unten) und erleichtert so Aufnahmen in Bodennähe oder Überkopf.

Wie bei Samsungs NX-Kameras üblich unterstützt auch die NX1 zahlreiche Wege zur Datenübertragung. Neben Wlan (IEEE 802.11b/g/n/ac) für unter anderem Email, Cloud, App-Steuerung und Netzwerk-Backup, ist die Kamera als mit Bluetooth ausgestattet und unterstützt mit USB 3.0 die schnelle kabelgestützte Datenübertragung.

Wie bei Profikameras üblich, lässt sich die NX1 mit einem Hochformatgriff (250 Euro) erweitern. Auch dieses Zubehör zeigt, welche Zielgruppe Samsung adressiert. In einem kurzen Hands-On machte die Kamera auch einen guten Eindruck, wenn die sie im Oktober für 1500 Euro in den Handel kommt, werden wir im Labortest ermittlen ob die eindrucksvollen technischen Daten auch in der Realität nutzbar sind.

Das 50-150 mm Zoom ist gegen widrige Wetterbedingungen abgedichtet und bietet eine durchgehende Lichtstärke von f/2.8

(Bild: Samsung)

50-150 mm F2.8 S ED OIS

Zusätzlich zu seinem neuen Kamera-Flaggschiff hat Samsung ein hochwertiges Zoomobjektiv angekündigt. Das 50-150 mm f/2.8 S ED OIS ist mit einem mehrachsen Bildstabilisator ausgestattet und bietet eine durchgehend hohe Lichtstärke von f/2.8. Mittels vergüteter ED-Linsen und einer Spezialbeschichtung will Samsung chromatische Aberrationen auf ein Minimum verringert haben. Durch die Fokussierung über einen Schrittmotor eignet sich die Optik auch gut für Videoaufnahmen, kennt man seinen Fokusbereich, kann man das Objektiv auf diesen Bereich einschränken und so Fehlfokussierungen, etwa auf nahe Objekte ausschließen. Mit dem iFunction-Knopf an der Gehäuseseite können Fotografen schnell auf wichtige Kamerafunktionen zugreifen und diese ändern. Wie auch die NX1 ist das Zoomobjektiv mit Dichtungen vor Staub und Spritzwasser geschützt, die Innenfokussierung sorgt dafür, dass sich die Länge des Objektivs beim Scharfstellen nicht ändert.

Wie die NX1 kommt das Zoomobjektiv 50-150 mm f/2.8 S ED OIS im Oktober in den Handel und soll dann für 1600 Euro den Besitzer wechseln. (Thomas Hoffmann) / (tho)